Irankrieg: Größter US-Flugzeugträger soll offenbar Nahen Osten verlassen

Datum30.04.2026 04:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer größte US-Flugzeugträger, die USS "Gerald R. Ford", soll den Nahen Osten aufgrund von Reparaturerbedarf verlassen. Dies schwächt die militärische Präsenz der USA in einer angespannten Region, besonders angesichts iranischer Drohungen zur Blockade der Straße von Hormus und der Ankündigung einer neuen, "beängstigenden" Waffe durch Irans Marinechef. Der Abzug erfolgt zudem, während die USA und Israel ihre militärischen Operationen gegen Iran fortsetzen und die Kosten des Konflikts steigen.

InhaltDie USS "Gerald R. Ford" muss wohl dringend repariert werden – ein Abzug aus Nahost würde die militärische Schlagkraft der USA deutlich schwächen. Und: Irans Marine droht mit dem Einsatz einer "beängstigenden" Waffe. Der Überblick. Die USA hatten ihre Militärpräsenz im Nahen Osten gerade erst mit dem Flugzeugträger USS "George H.W. Bush" aufgestockt. Erstmals seit 2003 seien damit drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz, hieß es vergangene Woche vom zuständigen US-Regionalkommando (Centcom). Nun sieht es so aus, als könnte sich diese Zahl bald wieder verringern. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS "Gerald R. Ford", die Region bald verlassen. In den kommenden Tagen werde er in Richtung USA aufbrechen, berichtete unter anderem die "Washington Post" . Die Zeitung berief sich auf mehrere US-Beamte. Der monatelange Einsatz auf See habe seine Spuren hinterlassen. Zurück im Hafen werde das Schiff voraussichtlich umfangreiche Reparaturen und Wartungsarbeiten durchlaufen. Die USS "Gerald R. Ford" war laut Centcom  zuletzt im Roten Meer im Einsatz (mehr zur jüngsten Pannenserie auf dem Flugzeugträger erfahren Sie hier ). Der Schritt würde die militärische Schlagkraft der USA im Krieg mit Iran schwächen – zu einem Zeitpunkt, zu dem zwar eine Waffenruhe gilt, eine Verhandlungslösung aber nicht in Sicht ist. Beide Seiten setzen sich derweil zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus durch Drohungen und den Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht. Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. Der Kommandeur der iranischen Marine drohte deshalb nun den US-Truppen in der Region: Iran habe die Straße von Hormus geschlossen, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV  den Marinechef Scharam Irani. "Sollten sie sich weiter nähern, werden wir unverzüglich operative Maßnahmen ergreifen", sagte er über die US-Marine, die Schiffe derzeit daran hindert, iranische Häfen anzusteuern oder aus ihnen auszulaufen. Das iranische Militär werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, "vor der er große Angst hat", kündigte Irani an. "Ich hoffe, sie bekommen keinen Herzinfarkt." Um welche Waffe es sich handeln soll, sagte er nicht. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Am 8. April trat eine Waffenruhe in Kraft, die US-Präsident Donald Trump inzwischen auf unbestimmte Zeit verlängert hat. Die aktuellen Gespräche finden telefonisch statt, sagte Trump am Mittwoch. Man verzichte auf zeitaufwendige persönliche Treffen, auch wenn er diese bevorzuge. Es sei "lächerlich", 18 Stunden zu fliegen, um am Ende absehbar unbefriedigende Ergebnisse zu erhalten. Zwar habe es Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagte Trump. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte. Auf die Frage, ob dafür aus seiner Sicht zusätzlicher militärischer Druck nötig werden könnte, zeigte sich Trump unentschieden. "Ich weiß es nicht", sagte er. Das hänge davon ab, wie weit Iran in den Gesprächen gehe. Der Irankrieg hat die Vereinigten Staaten bisher 25 Milliarden Dollar (etwa 21,4 Milliarden Euro) gekostet. Der Großteil der Ausgaben für die "Operation Epic Fury" sei auf Munition entfallen, sagte der für die Haushaltsprüfung zuständige Pentagon-Beamte Jules Hurst am Mittwoch vor dem Kongress in Washington (mehr dazu hier). In derselben Kongressanhörung erklärte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Kosten würden derzeit auf weniger als 25 Milliarden Dollar geschätzt. Er wies außerdem die Darstellung zurück, die US-Truppen steckten in dem unpopulären Konflikt in ​einer ausweglosen Situation fest.