Datum30.04.2026 03:58
Quellewww.zeit.de
TLDRÖsterreich weist laut FATF weiterhin Lücken im Kampf gegen Geldwäsche auf. Trotz Fortschritten seien Ermittlungen und Strafverfolgung unzureichend. Die FATF fordert dringend Nachbesserungen bei der Verfolgung, Einziehung krimineller Vermögenswerte und der Aufsicht über den Nicht-Finanzsektor. Die geringe Anzahl von Verurteilungen und fehlende Ressourcen bei der Meldestelle werden kritisiert. Österreich hat drei Jahre Zeit, die vorgegebenen Maßnahmen umzusetzen.
InhaltÖsterreich ist gegen illegalen Finanzbetrug laut einem Bericht der Financial Action Task Force nicht ausreichend gewappnet. Vor allem die Strafverfolgung sei zu gering. Österreich weist im Kampf gegen Geldwäsche weiterhin Lücken auf. Das teilte die Financial Action Task Force (FATF), eine internationale Kontrollorganisation gegen Finanzbetrug, in einem neuen Prüfbericht mit. Zwar habe Österreich in den vergangenen zehn Jahren "klare Fortschritte gemacht", um sich gegen Geldwäsche sowie die illegale Finanzierung von Terrorismus und Waffensystemen zu schützen. Doch es bleibe noch viel zu tun, heißt es in einer Stellungnahme zu dem Bericht. "Es sind jedoch weitere Maßnahmen nötig, um sicherzustellen, dass Ermittlungen auch zu Anklagen führen, Kriminelle zur Rechenschaft gezogen werden und gestohlenes Geld an die Opfer zurückfließt", sagte FATF-Präsidentin Elisa de Anda Madrazo. Vor allem bei Ermittlungen, der Strafverfolgung und der Einziehung krimineller Vermögenswerte müsse das Land dringend nachbessern, forderte die in Paris ansässige Anti-Geldwäsche-Organisation. Österreichische Behörden müssten zudem die Aufsicht über den Nicht-Finanzsektor stärken. Nur ein koordinierter, gesamtstaatlicher Ansatz könne den kriminellen Missbrauch des österreichischen Finanzsystems eindämmen. Die Strafverfolgung sei in Österreich nach wie vor eingeschränkt, weil der Straftatbestand der Geldwäsche restriktiv ausgelegt werde und hohe Beweisanforderungen nötig seien. Im Schnitt habe es über die vergangenen fünf Jahre hinweg jährlich nur 104 Verurteilungen wegen Geldwäsche in Österreich gegeben, heißt es in dem Bericht. Das sei angesichts des Risikoprofils des Landes zu gering. Zudem fehle es der österreichischen Geldwäsche-Meldestelle an Ressourcen und operativer Unabhängigkeit. Auch bei der Rückgabe beschlagnahmter Vermögenswerte an die Opfer gebe es Defizite. Gelobt wurde hingegen die verbesserte Transparenz bei den wirtschaftlich Berechtigten von Vermögenswerten sowie Fortschritte bei der Aufsicht des Finanzsektors. Das Risiko illegaler Finanzströme ist in Österreich laut der FATF wegen der Rolle des Landes als regionales Finanzzentrum und Drehscheibe zu den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas erhöht. Zu den Bedrohungen zählten Betrug, Steuerdelikte, organisierte Kriminalität und Korruption. Auch der wachsende Markt für Kryptowährungen berge Risiken. Die FATF hat Österreich nun einen Fahrplan mit zentralen Maßnahmen vorgelegt. Das Land hat drei Jahre Zeit, diese umzusetzen.