Datum30.04.2026 01:28
Quellewww.zeit.de
TLDRDie israelische Marine hat einen Einsatz gegen die "Global Sumud Flotilla" gestartet, die Hilfsgüter nach Gaza bringen will. Israelische Schnellboote umzingelten die Schiffe, richteten Waffen auf die Teilnehmer und forderten sie auf, sich zu ergeben. Die Flottille versucht, die seit 2007 bestehende Seeblockade zu durchbrechen und einen humanitären Korridor zu etablieren. Israel hat solche Versuche in der Vergangenheit stets unterbunden.
InhaltDie "Global Sumud Flotilla" will Hilfsgüter nach Gaza bringen. Das israelische Militär will die Schiffe offenbar weit vor der eigenen Küste unter Kontrolle bringen. Die israelische Marine hat nach Medienberichten einen Einsatz gegen die internationale Hilfsflotte für Gaza gestartet. Die Global Sumud Flotilla teilte auf der Plattform X mit, Schnellboote des israelischen Militärs hätten sich der Flotte genähert. "Sie richteten Laser und halbautomatische Sturmgewehre auf die Teilnehmer und befahlen ihnen, sich an den Bug der Boote zu begeben und auf Hände und Knie zu gehen", hieß es in dem Posting. "Die Kommunikation der Boote wird gestört, und es wurde ein Notruf (SOS) abgesetzt." Mehrere Schiffe mit Aktivisten und Aktivistinnen aus zahlreichen Ländern an Bord waren am Sonntag von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. Die Organisation sprach von der größten Flottille, die jemals versucht habe, den Gazastreifen zu erreichen. Die Aktivisten wollten erneut versuchen, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen. Erklärtes Ziel der Global Sumud Flotilla ist es außerdem, die Einrichtung eines dauerhaften humanitären Korridors voranzubringen. Israel hat in der Vergangenheit Versuche von Aktivistinnen, die Seeblockade vor dem abgeriegelten Küstenstreifen zu durchbrechen, stets verhindert. Bei einem vorherigen Versuch war die vorwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten bestehende Global Sumud Flotilla vergangenen Herbst von israelischen Spezialeinheiten gestürmt und am Erreichen des Gebiets gehindert worden. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Im Armeeradio lief jedoch ein Bericht, wonach das Militär weit vor der eigenen Küste begonnen habe, die Hilfsschiffe unter Kontrolle zu bringen. Das Nachrichtenportal ynet berichtete unter Berufung auf eine israelische Quelle, man habe wegen der Größe der Flotte beschlossen, sie bereits in internationalen Gewässern unter Kontrolle zu bringen – und zwar westlich der griechischen Insel Kreta.