Nahost: Israels Marine beginnt Einsatz gegen Gaza-Hilfsflotte

Datum29.04.2026 23:46

Quellewww.zeit.de

TLDRDie israelische Marine hat einen Einsatz gegen die "Global Sumud Flotilla" gestartet, eine internationale Hilfsflotte für Gaza. Schnellboote des Militärs haben sich der Flotte genähert und die Aktivisten aufgefordert, sich zu ergeben. Die Flotte, bestehend aus Dutzenden Schiffen mit Aktivisten aus vielen Ländern, wollte die seit 2007 bestehende Seeblockade Israels gegen Gaza durchbrechen und Hilfsgüter liefern. Israel hat solche Versuche in der Vergangenheit stets verhindert. Die Aktion soll in internationalen Gewässern stattfinden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nahost“. Lesen Sie jetzt „Israels Marine beginnt Einsatz gegen Gaza-Hilfsflotte“. Die israelische Marine hat nach Medienberichten einen Einsatz gegen die internationale Hilfsflotte für Gaza gestartet. Die "Global Sumud Flotilla" teilte in einen Post auf der Plattform X mit, Schnellboote des israelischen Militärs hätten sich der Flotte genähert. "Sie richteten Laser und halbautomatische Sturmgewehre auf die Teilnehmer und befahlen ihnen, sich an den Bug der Boote zu begeben und auf Hände und Knie zu gehen", hieß es weiter. "Die Kommunikation der Boote wird gestört, und es wurde ein Notruf (SOS) abgesetzt." Dutzende Schiffe mit Aktivisten aus zahlreichen Ländern an Bord waren am Sonntag aus von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. Die Organisation sprach von der größten Flottille, die jemals versucht habe, den Gazastreifen zu erreichen. Die propalästinensischen Aktivisten wollten erneut versuchen, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen. Erklärtes Ziel der "Global Sumud Flotilla" ist es außerdem, die Einrichtung eines dauerhaften humanitären Korridors voranzubringen. Israel hat in der Vergangenheit Versuche von Aktivisten, die Seeblockade vor dem abgeriegelten Küstenstreifen zu durchbrechen, stets verhindert. Bei einem vorherigen Versuch war die vorwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten bestehende "Global Sumud Flotilla" vergangenen Herbst von israelischen Spezialeinheiten gestürmt und am Erreichen des Gebiets gehindert worden. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete unter Berufung auf einen israelischen Repräsentanten, man habe wegen der Größe der Flotte beschlossen, sie bereits in internationalen Gewässern weit vor der israelischen Küste unter Kontrolle zu bringen – und zwar westlich der griechischen Insel Kreta. © dpa-infocom, dpa:260429-930-12386/1