Autoindustrie: Porsche meldet fast ein Viertel weniger Gewinn

Datum29.04.2026 23:00

Quellewww.zeit.de

TLDRPorsches Gewinn sank im ersten Quartal um fast 25% auf 391 Mio. Euro. Hohe Kosten für Strategiewechsel, US-Zölle und sinkende Verkaufszahlen sind die Ursachen. Der Umsatz ging um 5% auf 8,4 Mrd. Euro zurück. Porsche strebt eine Neuausrichtung und Senkung der Gewinnschwelle an. Der Verkauf von Fahrzeugen sank um 15%, insbesondere in China. Mitarbeitende erhalten keine Prämie, und Stellenstreichungen sind geplant.

InhaltDer Gewinn des Sportwagenherstellers Porsche ging im ersten Quartal erneut zurück. Grund sind hohe Kosten für einen Strategiewechsel, Zölle und sinkende Verkaufszahlen. Der Sport- und Geländewagenhersteller Porsche meldet einen erneuten Rückgang des Gewinns. Von Januar bis März ging der Gewinn nach Steuern um fast 25 Prozent auf 391 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen aus Stuttgart mitteilte. Analysten hatten mit einem Wert in dieser Größenordnung gerechnet. Im ersten Quartal 2025 hatte Porsche einen Überschuss von 518 Millionen Euro erwirtschaftet. Nach dem starken Gewinneinbruch 2025 verlor der Rückgang zu Beginn des Jahres aber an Tempo: In den Quartalen zuvor hatte Porsche deutliche höhere Einbrüche verzeichnet – und einmal rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz ging von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. "2026 steht für Porsche im Zeichen der Neuausrichtung", teilte der seit Anfang Januar amtierende Vorstandschef Michael Leiters mit. Der Konzern will unter anderem die Gewinnschwelle senken. Porsche gab in den erste drei Monaten des Jahres rund 100 Millionen Euro für den Strategiewechsel aus, wie der Manager in einer Telefonkonferenz sagte. Zudem hätten die US-Zölle im ersten Quartal Einbußen von rund 200 Millionen Euro verursacht. Dennoch rechnet Porsche für das laufende Jahr mit einer etwas besseren Lage. Das Management plant einen Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Potenzielle Folgen des Irankriegs sind darin jedoch noch nicht eingepreist. Porsche hatte zu Jahresbeginn auch weniger Fahrzeuge verkauft. Weltweit waren es 60.991 – und damit 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem das Auslaufen der Produktion der Modelle Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA. In China ging der Absatz um 21 Prozent auf 7.519 Sport- und Geländewagen zurück. Die Krise bei Porsche hatte zuletzt auch spürbare Folgen für die Beschäftigten. Erstmals seit Jahren erhalten sie keine Prämie. Diese hatte der Vorstand wegen der wirtschaftlichen Lage gestrichen. 2023 hatten die Mitarbeiter an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind, noch bis zu 9.690 Euro erhalten. 2024 waren es bis zu 5.250 Euro. Auch die Vorstandsmitglieder erhalten für 2025 keinen Jahresbonus. Leiters hatte im März einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen wegfallen. Zusätzlich sind die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen.