Datum29.04.2026 20:51
Quellewww.zeit.de
TLDRRund 100 Lehrer in Thüringen protestierten gegen Pläne des Bildungsministeriums, die Altersabminderung für Lehrer ab 55 Jahren auf 60 Jahre zu verschieben. Bildungsgewerkschaften kritisieren dies als Gesundheitsrisiko für Lehrkräfte. Das Ministerium sieht darin einen wichtigen Schritt zur Reduzierung von Unterrichtsausfall, während Lehrer Wertschätzung und bessere Lösungen fordern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schulen“. Lesen Sie jetzt „Ältere Lehrer sollen länger unterrichten - Protest“. Rund 100 Lehrer aus verschiedenen Regionen Thüringens haben gegen Pläne des Landes-Bildungsministeriums protestiert, ältere Pädagogen ab dem nächsten Schuljahr wieder mehr unterrichten zu lassen. Sie folgten einem Aufruf mehrerer Bildungsgewerkschaften. Demonstriert wurde neben dem Amtssitz von Bildungsminister Christian Tischner (CDU). "Wo bleibt die Wertschätzung für diejenigen, die dieses System über Jahrzehnte getragen haben?", sagte zum Beispiel eine 58 Jahre alte Grundschullehrerin. Die Schulen würden an politischen Fehlentscheidungen vergangener Jahre leiden. "Unsere Schulen leiden nicht daran, dass es zu viele ältere Kollegen gibt, die Altersabmeldung haben." Der Unmut der Lehrer richtet sich gegen die Pläne Tischners, die Regeln zur sogenannten Altersabminderung für ältere Lehrer in Thüringen zu verändern. Bislang sehen die entsprechenden Regelungen vor, dass Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen ab einem Alter von 55 Jahren zwei Schulstunden pro Woche weniger unterrichten müssen als ihre jüngeren Kollegen. Ab dem Beginn des neuen Schuljahres werden Lehrer nach Angaben des Ministeriums erst ab dem vollendeten 60. Lebensjahr eine "Altersabminderung" bekommen. Das Ministerium will so die Zahl der ausfallenden Unterrichtsstunden in Thüringen noch weiter reduzieren. Der Thüringer Lehrerverband hatte kritisiert: "Wer Altersentlastung nach hinten verschiebt, spart kurzfristig Stunden ein – aber auf Kosten der Gesundheit und Belastbarkeit der Lehrkräfte." Dass das Ministerium von seinen Plänen abrückt, gilt trotz des Protests als unwahrscheinlich. "Dass Lehrkräfte für ihre Anliegen auf die Straße gehen, ist ihr gutes Recht – und wir nehmen die Sorgen, die dahinterstehen, ernst", sagte Thüringens Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus. Dennoch müsse noch mehr getan werden, um den Unterrichtsausfall "noch weiter drastisch zu senken". Das Maßnahmenpaket, zu dem auch die Neuregelung bei der "Altersabminderung" gehört, sei dafür "ein zentraler Baustein". © dpa-infocom, dpa:260429-930-12095/1