Extremismus: Antisemitisches Symbol an Hauseingang - Polizei ermittelt

Datum29.04.2026 16:12

Quellewww.zeit.de

TLDRAn einem Berliner Wohnhaus wurde ein antisemitisches Symbol angebracht und das Namensschild eines Journalisten beschmiert. Der Mann ist Mitarbeiter des Jüdischen Forums gegen Antisemitismus. Das rote Dreieck gilt als Hamas-Zeichen. Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund. Der Vorfall wird als Einschüchterungsversuch gewertet, der Journalist hatte bereits Drohungen erhalten. Journalistengewerkschaft und JFDA verurteilen den Angriff auf die demokratische Öffentlichkeit.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Extremismus“. Lesen Sie jetzt „Antisemitisches Symbol an Hauseingang - Polizei ermittelt“. Unbekannte haben an der Klingelanlage eines Berliner Wohnhauses ein rotes Dreieck aufgemalt und das Namensschild eines dort lebenden Journalisten mit roter Farbe beschmiert. Der Mann ist Mitarbeiter des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), das sich auf vielfältige Weise gegen Rassismus und Judenhass engagiert und entsprechende Vorfälle auch dokumentiert. Er erstattete Anzeige. Laut Polizei nahm der Staatsschutz Ermittlungen wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund auf. Ein auf der Spitze stehendes rotes Dreieck gilt als Kennzeichen der islamistischen Terrororganisation Hamas. Diese verübte am 7. Oktober 2023 ein bis dato beispielloses Massaker in Israel und stellt das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage.  Das Jüdische Forum und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) werteten den Vorfall, der sich am Morgen ereignet habe, als schwerwiegenden Einschüchterungsversuch mit antisemitischem Hintergrund.  "Menschen, die Antisemitismus dokumentieren und öffentlich machen, dürfen nicht selbst zur Zielscheibe werden", erklärte JFDA-Sprecher Levi Salomon. "Der betroffene Mitarbeiter wurde bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Beobachtung israelfeindlicher und teils antisemitischer Demonstrationen bedroht und angegriffen." Die dju-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, Renate Gensch, erklärte: "Angriffe und Drohungen gegen Menschen, die über antisemitische Entwicklungen berichten, sind Angriffe auf die demokratische Öffentlichkeit insgesamt." Journalistinnen und Journalisten müssten ihrer Arbeit ohne Angst nachgehen können.  Zudem habe das rote Dreieck noch eine weitere negative historische Bedeutung, so Gensch: "Die Nationalsozialisten benutzten das rote Dreieck in Konzentrationslagern, um politischer Häftlinge wie Mitglieder von Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Kommunisten zu kennzeichnen."  In welchem Stadtteil sich der Vorfall ereignete, wurde nicht bekannt. © dpa-infocom, dpa:260429-930-10868/1