Datum29.04.2026 12:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Arbeitsstunde in Deutschland kostete 2025 durchschnittlich 45 Euro, deutlich über dem EU-Mittel. Seit 2020 stiegen die Kosten um 22,3 Prozent, besonders im Gastgewerbe. Nur wenige EU-Länder wie Luxemburg und Dänemark haben höhere Arbeitskosten. Diese umfassen Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten. Wirtschaftsverbände fordern Reformen zur Senkung.
InhaltDeutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter, in der Gastronomie-Branche besonders stark. Die im europäischen Vergleich ohnehin hohen Arbeitskosten in Deutschland sind 2025 noch einmal deutlich gestiegen. Eine Arbeitsstunde in der Produktion und für Dienstleistungen kostete im Schnitt 45 Euro je Stunde, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gemessen am EU-Mittel von 34,90 Euro zahlten Unternehmen in Deutschland damit 29 Prozent mehr. Gemessen am Vorjahr wuchsen die Arbeitskosten um 3,6 Prozent – etwas weniger als im EU-Durchschnitt von 4,1 Prozent. Mittelfristig habe sich die Arbeitsstunde in Deutschland seit 2020 um gut ein Fünftel verteuert (+22,3 Prozent), schrieb das Statistische Bundesamt weiter, besonders stark im Gastgewerbe mit einem Plus von 30 Prozent. Im EU-Vergleich liegt Deutschland in der Spitzengruppe. Höher waren die Arbeitskosten 2025 nur in Luxemburg (56,80 Euro), Dänemark (51,70), den Niederlanden (47,90) und Österreich (46,30). Allerdings gab es für Belgien noch keine Ergebnisse, das Land lag im Vorjahr auf Platz drei. Das Land mit den EU-weit niedrigsten Arbeitskosten 2025 war Bulgarien mit 12,00 Euro je Arbeitsstunde, gefolgt von Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro). Am stärksten stiegen die Arbeitskosten 2025 allerdings auch in Bulgarien (+13,1 Prozent), gefolgt von Kroatien mit 11,6 Prozent und Polen mit 10,5 Prozent. Nur relativ wenig verteuerte sich Arbeit in Frankreich (+2,0 Prozent), Dänemark (+3,0) und Italien (+3,2). In Malta sanken die Arbeitskosten sogar leicht. Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten wie Sozialbeiträgen der Arbeitgeber zusammen. Zu den Bruttoverdiensten zählen das Entgelt für geleistete Arbeitszeit, Sonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen, Vergütung für nicht gearbeitete Tage wie Urlaubstage und Sachleistungen. Nicht dazu zählt die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Wirtschaftsverbände fordern immer wieder Reformen, um die hohen Arbeitskosten in Deutschland zu senken. Lesen Sie hier mehr: So viel sind die Löhne in Ihrer Region wert.