Datum29.04.2026 12:15
Quellewww.zeit.de
TLDRMehr als 100 Steuerfahnder durchsuchten 21 Objekte in NRW und Bayern im Rahmen von Ermittlungen gegen einen Dienstleister. Dieser soll Unternehmen Briefkastenadressen in Gewerbesteueroasen wie Monheim verschafft haben. Hintergrund ist der Verdacht, dass Unternehmen nur zum Schein verlegen, um Steuern zu hinterziehen, während sie ihre eigentlichen Geschäfte an Standorten mit höheren Steuersätzen betreiben. Zuständig sind die Zefin und das LBF NRW.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Finanzkriminalität“. Lesen Sie jetzt „Razzia wegen Briefkastenadressen in Steueroasen“. Mehr als 100 Steuerfahnder sind zu einer Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen in Steueroasen ausgerückt. Dabei geht es um Ermittlungen gegen einen Dienstleister, der geholfen haben soll, Unternehmen Briefkastenadressen in Gewerbesteuer-Oasen wie Monheim bei Düsseldorf zu verschaffen. Es werde an 21 Orten in Nordrhein-Westfalen und Bayern durchsucht, hieß es aus Ermittlerkreisen. Die "Wirtschaftswoche" und der WDR hatten zuvor berichtet. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte eine "umfangreiche Durchsuchungsmaßnahme" mit mehr als 100 Beamten an mehreren Orten in NRW und Bayern. Aufgrund des Steuergeheimnisses und der laufenden Ermittlungen könnten keine weiteren Informationen mitgeteilt werden. Aus Ermittlerkreisen hieß es, dass mit der Aktion erneut dem Verdacht nachgegangen werde, dass etliche Unternehmen nur zum Schein und wegen der niedrigen Gewerbesteuer ihren Sitz nach Monheim verlegt haben. Sollten sie ihr Geschäft weiterhin an ihren bisherigen Standorten mit höherer Gewerbesteuer betreiben, wäre dies Steuerhinterziehung. Für die Ermittlungen sei bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität (Zefin) und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF) NRW zuständig, teilte die Staatsanwaltschaft mit. © dpa-infocom, dpa:260429-930-8886/1