Inflation zwingt laut Umfrage viele Deutsche zum Sparen

Datum29.04.2026 06:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Inflation, angetrieben durch den Irankrieg, zwingt viele Deutsche zum Sparen. Eine Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der Bürger ihren Alltag einschränken, insbesondere bei Essengehen, Neuanschaffungen und Lebensmitteln. Jüngere und Geringverdiener sind am stärksten betroffen. Gestiegene Spritpreise führen dazu, dass 31 Prozent der Autofahrer seltener fahren und vermehrt auf Fahrrad, ÖPNV oder Fahrgemeinschaften umsteigen. Experten erwarten, dass die Inflationsrate wieder über drei Prozent steigen könnte.

InhaltDer Irankrieg treibt die Preise, die Teuerung könnte wieder über drei Prozent steigen. Schon jetzt spart einer Umfrage zufolge eine Mehrheit der Bürger im Alltag. Der Ölpreisschock im Zuge des Irankriegs hat das Leben in Deutschland deutlich verteuert, im April könnte die Inflation weiter gestiegen sein. An diesem Mittwoch veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Berechnung dazu auf Basis vorläufiger Daten. Volkswirte halten es für möglich, dass die Teuerungsrate erstmals seit Ende 2023 wieder die Marke von drei Prozent überschritten hat. Schon jetzt zwingen die gestiegenen Preise laut einer Forsa-Umfrage viele Menschen zum Sparen. 58 Prozent der Befragten gaben bei der Befragung im Auftrag von RTL/ntv an, sie hätten sich zuletzt im Alltag eingeschränkt. 41 Prozent sagten, ihr Verhalten habe sich nicht wesentlich verändert. Besonders häufig sparen demnach Jüngere unter 30 Jahren sowie Menschen mit geringerem Einkommen. In der repräsentativen Umfrage wurden 1.005 Menschen am 24. und 27. April 2026 befragt. Wer spart, tut das meist in mehreren Bereichen gleichzeitig. Am häufigsten wird beim Essengehen verzichtet: 76 Prozent der Betroffenen nennen diesen Punkt. Jeweils 69 Prozent reduzieren Ausgaben für Neuanschaffungen und Lebensmittel, 65 Prozent beim Kraftstoff. Auch bei Energieverbrauch, Urlaub und Freizeitaktivitäten schränken sich die Bürgerinnen und Bürger demnach ein: 59 Prozent sparen bei Energie, 57 Prozent beim Urlaub und 55 Prozent bei Freizeitangeboten. Die gestiegenen Kraftstoffpreise verändern der Umfrage zufolge das Mobilitätsverhalten vieler Autofahrer in Deutschland. Knapp jeder dritte Nutzer eines Benzin- oder Dieselautos (31 Prozent) fährt demnach derzeit seltener mit dem Wagen als noch vor einigen Wochen. 68 Prozent geben an, ihr Fahrverhalten nicht verändert zu haben. Besonders groß ist der Spareffekt bei Menschen mit niedrigerem Einkommen. In Haushalten mit weniger als 2.500 Euro Nettoeinkommen fahren 44 Prozent seltener Auto. Bei Haushalten mit mehr als 4.000 Euro Einkommen sind es 24 Prozent. Wer täglich auf das Auto angewiesen ist, reduziert seine Fahrten deutlich seltener als Gelegenheitsfahrer. Wer das Auto häufiger stehen lässt, weicht oft auf andere Verkehrsmittel aus. 51 Prozent nutzen der Umfrage zufolge öfter das Fahrrad, 42 Prozent gehen häufiger zu Fuß. 35 Prozent steigen verstärkt auf Busse und Bahnen um, 22 Prozent organisieren Fahrgemeinschaften. Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise nach oben getrieben, vor allem Sprit an der Tankstelle und Heizöl wurden erheblich teurer. Das katapultierte die Inflationsrate im März mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024. Im Februar dieses Jahres waren es noch 1,9 Prozent. Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich Verbraucherinnen und Verbraucher für einen Euro leisten. Weil teure Energie Produktions- und Transportkosten steigen lässt, könnten in der Folge die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen anziehen. Mit Beginn der Reisesaison dürften sich auch Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.