Steigende Baukosten: Bitumen-Preis verdoppelt: Iran-Krieg verteuert Straßenbau

Datum29.04.2026 06:45

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Iran-Krieg hat die Baukosten, insbesondere für Straßenbau, stark ansteigen lassen. Der Preis für Bitumen, eine Erdöl-basierte Komponente von Asphalt, hat sich seit Kriegsbeginn nahezu verdoppelt. Dies führt zu erheblichen Problemen für Bauunternehmen, da viele Verträge zu Festpreisen abgeschlossen wurden und sie das Preisrisiko allein tragen. Der Bauindustrieverband fordert dringend Preisgleitklauseln in öffentlichen Verträgen, um solche Risiken zukünftig abzufedern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Steigende Baukosten“. Lesen Sie jetzt „Bitumen-Preis verdoppelt: Iran-Krieg verteuert Straßenbau“. Die Bundesregierung will mit Milliardensummen Straßen und Brücken modernisieren, doch der Iran-Krieg lässt die Kosten hochschnellen. Die Bauindustrie warnt vor Verzögerungen bei dringenden Investitionen in die Infrastruktur und wirft der Politik vor, sie auf Preisanstiegen sitzenzulassen. Der Preis für Bitumen, ein Bindemittel für Asphalt, das auf Erdöl basiert, habe sich seit Kriegsbeginn ungefähr verdoppelt, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, der Deutschen Presse-Agentur. "Ohne Bitumen kein Asphalt, ohne Asphalt kein Straßenbau." Im März hätten die Kostenanstiege binnen Monatsfrist die Preisanstiege während des Ukraine-Kriegs 2022 noch überschritten. Die Kostensteigerungen hätten einen großen Einfluss auf den Asphaltpreis, der je nach Bitumenanteil von 15 bis 30 Prozent reiche. Und die Welle an Preiserhöhungen von Lieferanten anderer Produkte stehe noch bevor, so Müller. Das treffe Bauunternehmen hart, weil viele Verträge mit der öffentlichen Hand als Festpreisverträge liefen und Projekte unwirtschaftlicher würden. "Das Unternehmen trägt das Preisrisiko eines internationalen Handelskonflikts allein." Dies gelte gerade für Verträge, die im Februar zu Festpreisen geschlossen wurden, der Baubeginn aber erst im März lag. Müller fordert: "Wir brauchen deshalb dringend Preisgleitklauseln in öffentlichen Verträgen rückwirkend zum 1. März 2026." Mit solchen Klauseln, die es per Erlass schon im Ukraine-Krieg gab, können Schwankungen bei Materialpreisen in laufenden Verträgen berücksichtigt werden.  Derzeit sei es kaum möglich, Bauleistungen seriös zu kalkulieren, schilderte Müller. Unternehmen müssen wegen der großen Unsicherheit um den Iran-Krieg oft Risikoaufschläge berechnen, was zu deutlich höheren Angebotspreisen und Verzögerungen bei Investitionen führen könne. Die Politik kritisiert Müller scharf: "Bau- und Verkehrsministerium lassen die Unternehmen derzeit im Stich, mit Verweis darauf, dass die amtlichen Statistiken keine Intervention rechtfertigen würden." Die Statistik, die etwa im Februar wachsende Bauaufträge zeigte, laufe dem Geschehen aber hinterher. Die Bundesregierung verkenne die Marktentwicklung und verstecke sich hinter dem Statistischen Bundesamt - "und das als Monopolauftraggeber". © dpa-infocom, dpa:260429-930-7319/1