Insekten: Warum Maikäfer nicht immer pünktlich zum 1. Mai kommen

Datum29.04.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Auftreten von Maikäfern variiert regional und zyklisch. Experten erwarten im Süden Hessens eine halbe Milliarde, in Berlin jedoch ein geringeres Vorkommen. Stärkere Maikäferjahre treten grob alle drei bis sieben Jahre auf, zuletzt 2025 in Berlin/Brandenburg. Ihre Entwicklung vom Engerling zum fliegenden Käfer dauert einige Wochen und ist abhängig von Bodentemperatur und Feuchtigkeit, weshalb sie nicht immer exakt zum 1. Mai erscheinen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Insekten“. Lesen Sie jetzt „Warum Maikäfer nicht immer pünktlich zum 1. Mai kommen“. Maikäfer treten von Jahr zu Jahr unterschiedlich auf: Während in manchen Bundesländern die Insekten in großer Zahl herumschwirren, wird in Berlin mit einem eher geringeren Vorkommen gerechnet. Im Süden Hessens etwa erwarten Experten schätzungsweise rund eine halbe Milliarde Tiere. "Diese Beobachtung können wir für Berlin nicht bestätigen", sagte der Berliner Wildtierexperte Derk Ehlert.  "Alle vier Jahre kommt es zu einem stärkeren Vorkommen von Maikäfern", erklärte er. Das sei allerdings ein grober Richtwert – es könne auch schon nach drei oder erst nach sieben Jahren wieder so weit sein. 2025 war ihm zufolge ein "Maikäfer-Jahr" in Berlin und Brandenburg. Zwar sei es kein massives Vorkommen gewesen, aber es habe deutlich mehr Käfer als in den Jahren zuvor gegeben.  Die Insekten leben demnach zwischen zwei und vier Jahren als sogenannte Engerlinge im Boden. Dann verwandeln sich und fliegen als Käfer für einige Wochen herum und paaren sich in der Zeit. Nach rund sechs Wochen sterben sie.  Wenn sich der Boden erwärmt und es gute Feuchtigkeitsgrade gibt, führen bestimmte biochemische Prozesse Ehlert zufolge dazu, dass sich die Tiere verwandeln und dann losfliegen. "So kommt der Maikäfer meistens auch mit dem Austrieb der Eichen", sagte der Experte. Das bedeute auch: Maikäfer seien nicht immer "pünktlich zum 1. Mai" da - manchmal tauchten sie auch schon ein paar Tage eher auf. 2025 wurden die Insekten etwa bereits Mitte April über den Artenfinder der Stiftung Naturschutz Berlin gemeldet, wie Felix Riedel von der Fachgruppe Artenkenntnisse der Stiftung erklärte. Bislang gebe es in diesem Jahr noch keine vermehrten Meldungen. "Man kann Glück haben und am 1. Mai einen Maikäfer finden", sagte Riedel.  Die braunen Käfer können etwa zwei bis drei Zentimeter groß werden. Früher seien sie deutlich häufiger gewesen, so Ehlert. Sie dienen etwa als wichtige Nahrungsquelle für Vögel. In Berlin treten Maikäfer etwa oft in Parkanlagen auf. Neben Eichentrieben fressen sie demnach auch andere Triebe oder frisches Laub. © dpa-infocom, dpa:260429-930-7111/1