Krieg in der Ukraine: US-Diplomatin in der Ukraine kündigt Rücktritt an

Datum29.04.2026 04:37

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Geschäftsträgerin der US-Botschaft in Kyjiw, Julie Davis, tritt im Juni 2026 zurück. Dies geschieht inmitten stockender Friedensgespräche und beruht laut "Financial Times" auf Trumps nachlassender Unterstützung für die Ukraine, was das US-Außenministerium als falsch zurückweist. Ihre Vorgängerin quittierte bereits 2025 frustriert ihren Dienst. Trump verfolgt eine freundlichere Haltung gegenüber Russland und gab Selenskyj eine Mitschuld am Krieg. Der Fokus der USA liegt aktuell auf dem Konflikt mit dem Iran.

InhaltInmitten stockender Friedensgespräche gibt die Geschäftsträgerin der US-Botschaft in Kyjiw ihr Amt ab. Ihre Vorgängerin hatte den Posten 2025 aus Frust aufgegeben. Die höchste US-Diplomatin in der Ukraine hat ihren Rücktritt nach knapp einem Jahr im Amt angekündigt. Julie Davis, die Geschäftsträgerin der Botschaft in Kyjiw, werde ​im Juni 2026 ⁠aus dem diplomatischen Dienst ausscheiden, teilte ​das US-Außenministerium mit. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Zeitung Financial Times berichtete ‌unter Berufung auf anonyme Quellen, ihr Rückzug ​sei auf die nachlassende Unterstützung von US-Präsident Donald Trump für die Ukraine zurückzuführen. Das US-Außenministerium wies diese Darstellung jedoch als "falsch" zurück. Davis ​hatte den Posten im ⁠Mai ​2025 übernommen, nachdem ihre ‌Vorgängerin Bridget Brink aus Protest gegen die Ukrainepolitik der US-Regierung zurückgetreten war. Es war zunächst unklar, wer die Nachfolge antreten wird. Er arbeite an einer Lösung des Konflikts in der Ukraine und sei zuversichtlich, diese zu finden, hatte Trump kürzlich in einem Interview mit dem Sender Fox News gesagt. Die ​von den USA vermittelten Waffenstillstandsgespräche im Ukrainekrieg waren zuletzt allerdings weitgehend ins Stocken geraten, da die US-Regierung ihren ​Fokus derzeit auf den Krieg mit dem Iran konzentriert. Schon zuvor war das Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine jedoch zunehmend von Anspannung geprägt gewesen. Trump hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wiederholt eine Mitschuld an dem Krieg gegeben, gegenüber Russland hat er indes einen freundlichen Kurs eingeschlagen.