Datum28.04.2026 17:44
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Berliner Rockband Tulpe kontroversiert mit ihrem Song "Sprengt den Wal". Satirische Zeilen über den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee erhalten auf Social Media Millionen Aufrufe, aber auch Kritik. Die Band rechtfertigt die provokanten Inhalte als Reaktion auf aktuelle Themen und assoziiert sie mit einem generellen "Shitstorm"-Klima im Internet. Sie kritisieren zudem KI-generierte Songs zur Rettung des Wals.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gestrandeter Wal“. Lesen Sie jetzt „Berliner Band singt "Sprengt den Wal"“. Die Berliner Rockband Tulpe sorgt mit einem satirischen Song über den Buckelwal in der Ostsee für kontroverse Meinungen. In dem rund zweiminütigen Lied mit dem Titel "Sprengt den Wal" heißt es etwa bewusst überspitzt: "Sprengt den Wal, macht ihn weg, lasst es Wal-Salami regnen und Kotelett." An einer anderen Stelle singen sie mit Blick auf den US-Präsidenten: "Frag' mal jemand Donald Trump, ob der ihn nicht sprengen kann, sag' ihm: "Timmy ist ein erdölreiches Land"". Auf der Instagram-Seite der Band kommt eines der Videos zum Song auf rund 4,6 Millionen Aufrufe. Viele Nutzer nehmen die provokanten Zeilen mit Humor ("Ihr seid göttlich"). Andere Kommentare halten sie hingegen für geschmacklos ("Völlig daneben"). Tulpe-Frontmann Joachim Foerster sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Band beziehe sich mit ihrer Musik immer auf aktuelle Themen und habe dadurch ohnehin häufig eine hohe Resonanz. Im Fall von "Sprengt den Wal" hätten sie die erste Strophe ohne große Hintergedanken geschrieben - "plötzlich hatten wir am nächsten Morgen 1,5 Millionen Aufrufe. Da war klar: Die zweite Strophe muss jetzt sitzen". In einem Video hat die Band auch Hassnachrichten eingeblendet, die sie zum Song erreicht haben. Der Sänger sagte, "Shitstorms" gehörten für sie als Rockband zum Tagesgeschäft. Für die Band sei es zudem paradox, dass ausgerechnet ein Tier, das symbolisch für den ""Urzustand" der Erde" stehe, Anlass für "unzählige geschmacklose KI-Songs" sei. In den sozialen Medien kursieren momentan emotional aufgeladene, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Lieder, die zur Rettung des Tiers aufrufen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Buckelwal Ziel von Satire wird. Auf der Parodie-Website "Wal-O-Mat" kann man testen, wie man zu den Rettungsversuchen steht. Auch in den sozialen Medien ist der Wal seit Wochen ein Gesprächsthema. Viele Memes auf Tiktok und Instagram greifen die Diskussionen um das oft "Timmy" oder auch "Hope" genannte Tier ironisch auf. Andere Nutzer wiederum kritisieren die Politik für den Umgang mit dem Wal. © dpa-infocom, dpa:260428-930-5582/1