Datum28.04.2026 16:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRArchäologen in Pompeji nutzten KI, um das Aussehen eines Opfers des Vesuv-Ausbruchs 79 n. Chr. zu rekonstruieren. Ein Bild zeigt einen Mann, der mit einem Gefäß Schutz sucht. Der Fund eines Skeletts mit Gefäß, Lampe und Münzen unterstützt diese Darstellung. Das Experiment soll archäologische Ergebnisse zugänglicher machen. Pompeji gibt bis heute Einblicke in das antike Leben.
InhaltDer Ausbruch des Vesuv wurde den Bewohnern von Pompeji im Jahr 79 vor Christus zum Verhängnis. Wie die letzten Momente im Leben eines Mannes ausgesehen haben könnten, haben Forscher nun mit KI rekonstruiert. Archäologen in Pompeji haben erstmals künstliche Intelligenz eingesetzt, um das Aussehen eines der Opfer des Vulkanausbruchs zu rekonstruieren, der die antike römische Stadt im Jahr 79 vor Christus zerstört hat. Der Archäologiepark veröffentlichte ein mit KI erstelltes Bild, das einen Mann zeigt, der geduckt rennt und ein Gefäß über den Kopf hält. Im Hintergrund sind der Lava speiende Vesuv sowie Regen aus Gestein zu sehen. Das Bild basiert auf dem jüngsten Fund des Skeletts eines Mannes bei Ausgrabungen in der Nekropole von Porta Stabia. Neben ihm fanden Forschende ein großes Terrakotta-Gefäß, das er möglicherweise als Schutz auf der Flucht vor dem ausbrechenden Vulkan vor fast 2000 Jahren benutzte. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann in den frühen Morgenstunden des zweiten Tages des Ausbruchs versuchte, an die Küste zu fliehen, aber durch einen Regen aus Vulkangestein getötet wurde. Das neben dem Skelett gefundene Gefäß wies deutliche Bruchspuren auf, die Forscher fanden auch eine kleine Öllampe, mit der sich der Mann wahrscheinlich bei schlechter Sicht orientieren wollte, sowie zehn Bronzemünzen. Der Archäologiepark teilte mit, bei der KI-Rekonstruktion handele es sich um ein Experiment. Ziel sei es, einem nicht-wissenschaftlichen Publikum die Ergebnisse archäologischer Forschung besser zugänglich zu machen. Der deutsche Leiter des Parks, Gabriel Zuchtriegel, erklärte: "Wenn sie richtig eingesetzt wird, kann KI zu einer Erneuerung der klassischen Studien beitragen, indem sie die klassische Welt auf immersivere Weise erzählt." In Pompeji stoßen Archäologen immer wieder auf spektakuläre Funde. Im Jahr 79 nach Christus bedeckten Asche, Schlamm und Lava die Stadt. Erst im 18. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt. Die konservierten Überreste von Tod und Verwüstung geben bis heute einen Einblick in das Leben von damals. Heute gehört der Park zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien. Im Jahr 2024 zog die archäologische Stätte 4,3 Millionen Besucher an.