Datum28.04.2026 15:59
Quellewww.zeit.de
TLDRZwei Angeklagte stehen in Berlin wegen versuchten Mordes vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, im Oktober 2025 vor einem Supermarkt auf einen Mann geschossen zu haben, um vermeintliche Schulden eines Geschäftsmannes einzutreiben. Die Opfer wurden bedroht und zur Nennung des Aufenthaltsortes des Geschäftsmannes gezwungen. Die Angeklagten schwiegen zu Prozessbeginn. Mehrere Projektile unterschiedlicher Waffen wurden sichergestellt. Der Prozess dauert bis Ende Juli.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Nach Schüssen vor Supermarkt: Angeklagte schweigen zunächst“. Nach Schüssen auf einen Mann vor einem Supermarkt stehen zwei Angeklagte vor dem Berliner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchten Mord vor. Bei dem Angriff auf das damals 45 Jahre alte Opfer soll es sich laut Staatsanwaltschaft um eine "Strafaktion" gehandelt haben. Es sei um vermeintliche Schulden eines Geschäftsmannes gegangen. Die Angeklagten im Alter von 21 und 24 Jahren haben zu Prozessbeginn zunächst geschwiegen. Sie sollen sich am 22. Oktober 2025 mit weiteren Komplizen mit dem 45-Jährigen und dessen Sohn auf einem Supermarktparkplatz im Stadtteil Mariendorf verabredet haben. Am Vortag seien Vater und Sohn als Familienmitglieder des angeblichen Schuldners bedroht worden. Die aus der Türkei stammenden Angeklagten hätten laut Ermittlungen verlangt, den Aufenthaltsort des türkischen Geschäftsmannes zu nennen – ohne Erfolg. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein bislang unbekannter Mann den Auftrag erteilt hatte, die Schulden des Geschäftsmannes einzutreiben. Bei dem Treffen auf dem Parkplatz hätten die Angeklagten und ein Mittäter beschlossen, Schüsse abzugeben - "im Rahmen einer Strafaktion und um Zahlungsdruck auf den Schuldner auszuüben", heißt es in der Anklage. Gegen 20.30 Uhr seien die mutmaßlichen Angreifer eingetroffen. Sie hätten unvermittelt mehrere Schüsse auf den 45-Jährigen abgefeuert. Drei Kugeln hätten ihn getroffen, zwei davon in den Oberkörper. In der Annahme, er sei tödlich verletzt, seien die Täter geflohen, so die Anklage. Er konnte durch eine Operation gerettet werden. Ein Polizeibeamter sagte als erster Zeuge, auf dem Parkplatz und an einer angrenzenden Bushaltestelle seien 22 Projektile sichergestellt worden. "Sie stammten aus drei verschiedenen Waffen." Knapp zwei Wochen nach der Tat wurde der 24-Jährige festgenommen. Der 21-Jährige wurde Anfang Dezember zunächst wegen anderer Vorwürfe verhaftet. Für den Prozess sind bislang 13 weitere Tage bis zum 28. Juli terminiert. © dpa-infocom, dpa:260428-930-4929/1