Ermittlungen: Militär-Spionage am Bahnhof? Mann aus Litauen unter Verdacht

Datum28.04.2026 13:56

Quellewww.zeit.de

TLDREin 43-jähriger Litauer steht unter Verdacht der militärischen Spionage am Bahnhof Minden. Ihm wird "Agententätigkeit zu Sabotagezwecken" vorgeworfen. Eine am Bahnhof installierte Kamera, die Gleise und mutmaßlich auch Militärtransporte erfassen konnte, steht im Fokus der Ermittlungen. Der Mann könnte für Russland gearbeitet haben. Objekte in Detmold und Bad Salzuflen wurden durchsucht. Bisher konnten keine Auftraggeber identifiziert werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ermittlungen“. Lesen Sie jetzt „Militär-Spionage am Bahnhof? Mann aus Litauen unter Verdacht“. Ein 43-jähriger Mann aus Litauen soll am Bahnhof im ostwestfälischen Minden womöglich Informationen über Militärtransporte gesammelt haben. Der Mann stehe im Verdacht einer "Agententätigkeit zu Sabotagezwecken", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Im September 2025 sei am Bahnhof in Minden an einem Lichtmast eine Kamera aufgefallen, die in etwa fünf Metern Höhe angebracht war. "Dabei war der Standort der Kamera so gewählt, dass neben dem Personenverkehr grundsätzlich auch Gleise des Güterverkehrs von der Kamera erfasst werden konnten", teilten die Ermittler mit. Ganz in der Nähe des Bahnhofs ist das Pionierbrückenbataillon des deutschen und des britischen Militärs stationiert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass die Installation der Kamera auch den Zweck verfolgte, hierüber Informationen zu erlangen", schrieben die Ermittler. Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld habe bislang aber "keine Hinweise zu den Hintergründen und etwaigen Auftraggebern" erlangen können. Am Dienstagmorgen seien nach umfangreichen Ermittlungen zwei Objekte in Detmold und Bad Salzuflen durchsucht worden. Nähere Angaben dazu machten die Ermittler nicht. Der verdächtige 43-Jährige sei in Detmold wohnhaft. Ob er bei der Durchsuchung gefunden und festgenommen wurde, teilten die Behörden zunächst nicht mit. Zuerst hatten WDR und NDR über die Ermittlungen berichtet. Nach Recherchen der Sender gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass der 43-jährige Litauer für Russland gearbeitet haben könnte. Die Kamera habe per SIM-Karte Live-Aufnahmen übertragen und sei auch nachtsichtfähig gewesen. Sie sei genau auf den Rangierbereich des Bahnhofs ausgerichtet gewesen, auf dem auch Militärtransporte abgewickelt werden, berichteten die Sender. Das in der Nähe des Bahnhofs stationierte Pionierbrückenbataillon 130 wird nach Angaben der Bundeswehr eingesetzt, um Gewässer zu überwinden und Sperren zu beseitigen. So werde im Gefecht sichergestellt, dass sich die eigene Truppe frei bewegen kann. © dpa-infocom, dpa:260428-930-3822/1