Prozess in Mönchengladbach: Ex-Mitarbeiter von Sozialamt räumt Millionenbetrug ein

Datum28.04.2026 13:58

Quellewww.zeit.de

TLDREin langjähriger Mitarbeiter des Sozialamtes Mönchengladbach hat gestanden, den Kreis Viersen jahrelang um über eine Million Euro betrogen zu haben. Er beantragte und bewilligte Fördergelder für behindertengerechte Ausstattungen und leitete diese auf sein Konto um. Seine Taten erstrecken sich über fast 90 Fälle seit 2013, viele davon sind bereits verjährt. Die Betrugsmasche flog auf, als einer neuen Mitarbeiterin eine ungewöhnliche Auszahlungsanforderung auffiel. Dem 51-Jährigen droht nun eine mehrjährige Haftstrafe und die Rückzahlung des Geldes.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prozess in Mönchengladbach“. Lesen Sie jetzt „Ex-Mitarbeiter von Sozialamt räumt Millionenbetrug ein“. Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein langjähriger Mitarbeiter des Kreissozialamtes gestanden, den Kreis Viersen jahrelang betrogen zu haben. Der 51-Jährige aus Wegberg entschuldigte sich und gab auch über 80 Taten zu, die bereits verjährt sind. Ihm wird besonders schwerer Betrug vorgeworfen. Der Mitarbeiter gab zu, seit 2013 in knapp 90 Fällen im Namen von Firmen Fördergelder für behindertengerechte Ausstattungen beantragt und dann selbst bewilligt zu haben. Die Gelder in Höhe von mehr als einer Million Euro habe er auf ein eigenes Konto überwiesen. "Erst hab' ich gedacht, das kann doch nicht gehen. Als das dann klappte, war es zu verlockend." Er beteuerte: "Ich habe das Geld nicht für Luxusgüter verprasst, sondern nur für meine Familie und Reisen mit meinen beiden autistischen Kindern ausgegeben." Jetzt droht dem zweifachen Familienvater eine mehrjährige Haftstrafe. Außerdem muss er das ergaunerte Geld zurückzahlen. (AZ: 22 Kls 26/25) Aufgeflogen war die Betrugsmasche 2024. Und zwar nur, weil einer neuen Mitarbeiterin der Behörde eine Auszahlungsanforderung merkwürdig vorkam. "Die genannte Firma war merkwürdig und unter der Firmenadresse in Niederkrüchten fand sich ein Getränkemarkt", sagte die 41-jährige Frau. "Ich kenne Niederkrüchten gut." Die Kollegin brachte die Ermittlungen ins Rollen. Laut Anklage ist dem Kreis Viersen im angeklagten Tatzeitraum ein Schaden von mindestens 500.000 Euro entstanden. Rechnet man die bereits verjährten 80 weiteren Fälle dazu, sind es mehr als eine Million Euro. © dpa-infocom, dpa:260428-930-3843/1