Datum28.04.2026 11:43
Quellewww.spiegel.de
TLDREine 92-jährige Nonne, Schwester Irmingard, wurde zum viralen Hit auf Social Media, nachdem sie zum ersten Mal einen Döner probierte. Mehrere Millionen sahen das Video, das ihre Mitschwestern posteten. Obwohl sie ihren Erfolg "unbegreiflich" findet und lieber unbekannt geblieben wäre, ist sie offen für weitere Videos, um Einblicke in den Klosteralltag zu geben und Klischees zu entkräften. Dies geschieht, während andere Ordensschwestern ähnliche Social-Media-Präsenz aufbauen.
InhaltMillionen haben Schwester Irmingard auf Social Media dabei zugeschaut, wie sie das erste Mal Döner isst. Der neugeborene Social-Media-Star ist noch etwas befremdet vom Erfolg – aber bereit für weitere Videos. Die Nonne Schwester Irmingard, 92, hat vor Kurzem ihren ersten Döner gegessen. Auf Instagram sahen ihr Millionen Menschen dabei zu, mehr als 415.000 Accounts gefällt das Video bisher, das ihre Mitschwestern Clarita und Ursula auf der Plattform hochgeladen hatten. Darum ist Irmingard zu sehen, die angesichts der Gaumenfreuden offenbar kurzzeitig vergisst, dass sie 92 und nicht 82 Jahre alt ist. "Also ich bin ganz begeistert. Ich hörte das immer von Döner. Ich dachte, bis 82 hast du noch keinen gegessen, ich will mich heute Abend mal damit abgeben", sagt Irmingard in dem Video und lacht herzlich, als sie aus dem Off zwecks ihres Alters korrigiert wird. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Den Döner fand die Ordensschwester klasse. Den Social-Media-Erfolg ihres ersten Döneressens dagegen "unbegreiflich" und "ein bisschen komisch". Im Interview mit dem SWR erklärte die Arenberger Dominikanerin: "Ich wäre lieber unbekannt geblieben." Allerdings räumt der neu geborene Social-Media-Star gleich ein: Wenn die anderen Schwestern sie fragen würden, wäre sie natürlich wieder bei einem Video dabei. "Wir haben Irmingard gefilmt, weil sie für jede Schandtat bereit ist – das wollten wir einfach der Welt zeigen", sagte Schwester Ursula dem SWR. Der große Wirbel um das Video habe aber auch sie überrascht: Selbst englischsprachige Medien hätten inzwischen bei ihnen angefragt. "Ich finde es lustig und auch ein bisschen schräg. Es ist irre, wie aus so etwas Alltäglichem wie einem Essensvideo eine riesige Welle entstehen kann." Die Schwestern wollen mit ihren Beiträgen auf Social Media Einblicke in den Klosteralltag geben: "Viele denken, im Kloster sei alles streng, verboten und spaßfeindlich", sagt Schwester Ursula. "Wir posten einfach, was der Tag so hergibt – wenn er etwas hergibt." Und langsam steigen die Followerzahlen der Arenberger Dominikanerinnen. Schwester Clarita folgen mehr als 20.000 Menschen, Schwester Ursula immerhin knapp 5000 und dem Account der Dominikanerinnen mehr als 15.000 Menschen, viele von ihnen sind seit dem Döner-Video hinzugekommen. Sie sind nicht die einzigen Ordensschwestern, die über soziale Medien ihr Leben aus dem Kloster einem breiteren Publikum zeigen. Vergangenes Jahr erreichten drei Nonnen bei Salzburg Berühmtheit, die ihr Kloster Goldenstein besetzten und die Absetzung ihres Vorsitzenden forderten (mehr dazu lesen Sie hier). Auf Instagram folgten dem Account der Goldensteiner Nonnen mehr als 280.000 Menschen. Mittlerweile ist der Account nicht mehr abrufbar – offenbar steht eine Klage im Raum . Zuvor soll es einen Streit zwischen den Helfern der betagten Ordensfrauen gegeben haben. Die Nonnen hatten sich im Dezember von dem Account und dessen Betreiber distanziert – die veröffentlichten Inhalte seien ihnen "weder vorab zur Kenntnis gebracht noch nachträglich genehmigt worden".