Datum28.04.2026 11:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Verfassungsschutz warnt vor der proiranischen Terrorgruppe HAYI, die für Brandanschläge auf jüdische und US-amerikanische Einrichtungen in Europa verantwortlich ist. Er befürchtet eine Eskalation von einfachen Angriffen hin zu gefährlicheren Tatmitteln wie Sprengstoff oder Waffen. HAYI, ein mutmaßlich irakisch-schiitisches Netzwerk, offenbart seine politische Motivation und droht offen gegen Israel und "Feinde des Islams". Die meisten Taten ereigneten sich in London.
InhaltSie soll hinter Brandanschlägen auf Synagogen und jüdische Einrichtungen stecken: Die Gruppe HAYI ist in mehreren europäischen Ländern aktiv. Der Verfassungsschutz befürchtet, dass sie künftig auch zu Waffen greift. Das Bundesamt für Verfassungsschutz befürchtet neue Gefahren durch die proiranische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI) in Europa. "Neu ist die Warnung HAYIs, sich nunmehr nicht mehr nur auf ›einfache‹ Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen", erklärte die Behörde auf Anfrage des "Handelsblatts". Soll heißen: Statt Brandstiftungen könnte die Gruppe künftig auch Anschläge mit Sprengstoff oder Waffen verüben. Seit Anfang März waren in Europa mehrere jüdische und US-amerikanische Einrichtungen angegriffen worden, darunter auch ein israelisches Restaurant in München. Zu den Taten habe sich HAYI mittels Videos bekannt, teilte der Verfassungsschutz mit. Sie erfolgten demnach "jeweils in den Nacht- oder frühen Morgenstunden", Verletzte oder Tote gab es bislang nicht. Der Verfassungsschutz vermutet hinter der Gruppierung ein irakisch-schiitisches Netzwerk. Das zeige sich etwa dadurch, dass sie einschlägige Social-Media-Kanäle nutzt, um über ihre Aktivitäten zu berichten, so die Behörde. HAYI benenne "zudem neuerdings klar ihre politische Motivation hinter den Taten und droht offen israelischen Einrichtungen sowie den sogenannten ›Feinden des Islams‹ in Europa". Viele der Taten, die die Gruppe für sich reklamiert, ereigneten sich im Großraum London. Dort waren in den vergangenen Wochen sechs Ziele angegriffen worden, etwa ein jüdischer Rettungsdienst und mehrere Synagogen. Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis sprach auf X von einer "Kampagne der Gewalt und Einschüchterung" gegenüber Juden. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Taten. Die Polizei erklärte nach dem jüngsten Vorfall, noch könne kein Zusammenhang zu ähnlichen Brandanschlägen hergestellt werden. Es gebe aber "Ähnlichkeiten". Mehr über die Gruppe HAYI lesen Sie hier .