Datum28.04.2026 10:50
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Landgericht Itzehoe hat eine Raffinerie dem Grunde nach zum Schadenersatz verurteilt. Die Raffinerie wird für den Austritt von Rohöl in den Nord-Ostsee-Kanal im Dezember 2022 verantwortlich gemacht. Dieser Vorfall führte zur Sperrung des Kanals für fast zwei Wochen. Das Gericht entschied, dass die Raffinerie weitere Kosten ersetzen muss, die durch die Ölverunreinigung entstanden sind. Über die genaue Höhe des Schadenersatzes wird in einem separaten Prozess entschieden. Die Raffinerie prüft das Urteil.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Urteil“. Lesen Sie jetzt „Raffinerie muss nach Ölunfall im Kanal Schadenersatz zahlen“. Fast zwei Wochen lang war der Nord-Ostsee-Kanal Ende 2022 für den Schiffsverkehr gesperrt: Nun hat das Landgericht Itzehoe eine Raffinerie dem Grunde nach zum Schadenersatz verurteilt. Sie war nach Auffassung der 4. Zivilkammer verantwortlich dafür, dass im Dezember 2022 Rohöl in die Wasserstraße eindrang, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Mit seinem Urteil vom 23. April (Az. 4 O 78/25) hat das Landgericht zudem festgestellt, dass die Raffinerie verpflichtet ist, weitere Aufwendungen und Kosten zu ersetzen, die aus der Ölverunreinigung des Kanals sowie des Uferbereichs aufgrund der Havarie entstanden sind. Über die Höhe des Schadenersatzes soll in einem gesonderten Prozess entschieden werden. Eine Sprecherin der Raffinerie Heide (Kreis Dithmarschen) erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Das Urteil des Landgerichts Itzehoe liegt uns vor und wird von unserer Seite nun geprüft." Das Unternehmen könne zu dem laufenden Verfahren keine weiteren Angaben machen. Die künstliche Wasserstraße war am 21. Dezember 2022 gesperrt worden, nachdem wegen eines Lecks in einer Pipeline im Hafen Brunsbüttel große Mengen Rohöl ausgelaufen waren. Früheren Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal zufolge waren dabei mindestens zwölf Kubikmeter Rohöl in den Kanal gelaufen. Bei Reinigungsarbeiten wurden demnach 36 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch von Spezialschiffen aufgenommen. Erst am 3. Januar 2023 wurde der Nord-Ostsee-Kanal wieder für den Verkehr freigegeben. © dpa-infocom, dpa:260428-930-2489/1