Ölhandel: BP verdoppelt Gewinn trotz Auswirkungen des Irankrieges

Datum28.04.2026 10:48

Quellewww.zeit.de

TLDRBP verdoppelte seinen Gewinn im ersten Quartal auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Grund dafür war unter anderem höhere Ölproduktion im Golf von Mexiko, die kriegsbedingte Produktionskürzungen im Nahen Osten ausglich. BP betreibt kleinere Anlagen im Nahen Osten und ist daher weniger betroffen als Konkurrenten. Trotz gestiegener Nettoverschuldung zeigt sich Konzernchefin Meg O'Neill zuversichtlich. Sie erwartet jedoch eine geringere Förderproduktion und weiterhin volatile Kraftstoffmargen aufgrund der globalen Konflikte.

InhaltDer Ölkonzern BP hat Anfang des Jahres mehr als doppelt so viel Gewinn gemacht wie noch 2025. Das Unternehmen betreibt kleinere Ölanlagen in Nahost als die Konkurrenz. Der britische Ölkonzern BP hat seinen Gewinn zu Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Im ersten Quartal betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn laut Unternehmensangaben rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro). Ein Jahr zuvor waren es knapp 1,4 Milliarden Dollar gewesen. Unter anderem eine höhere Ölproduktion im Golf von Mexiko habe Störungen im Nahen Osten wegen des Irankriegs ausgeglichen, teilte das Unternehmen mit. Der Ölkonzern betreibt vergleichsweise kleine Anlagen in Nahost und ist daher weniger mit den kriegsbedingten Produktionskürzungen konfrontiert als die Konkurrenz. Analysten hatten lediglich mit einem Gesamtgewinn von 2,67 Milliarden Dollar ‌gerechnet. Vor allem das Hauptgeschäft, der Ölhandel übertraf mit einem Vorsteuergewinn ​von 3,2 Milliarden Dollar die Schätzungen von 2,5 Milliarden deutlich. BP hatte zuletzt bereits von einem "außergewöhnlichen" Ölhandel gesprochen. Die Ergebnisse in den Bereichen ‌Gas und kohlenstoffarme Energien ‌sowie Ölförderung blieben hingegen leicht hinter ​den Erwartungen zurück. Die Nettoverschuldung von BP stieg auf 25,3 Milliarden Dollar von gut ​22 Milliarden im Vorquartal. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte die neue Konzernchefin Meg O'Neill. Für das ‌laufende Jahr rechne sie jedoch mit ​einer geringeren Förderproduktion aufgrund der Auswirkungen der Konflikte in Nahost. Zudem ⁠würden ​die Kraftstoffmargen wohl weiterhin stark von ‌den Lieferkosten und der Lage im Nahen Osten abhängen. "Unsere Branche agiert in einem Umfeld von Konflikten und Komplexität." Durch den Irankrieg und der Sperrung der für Schiffe wichtigen Straße von Hormus sind die weltweiten Öllieferungen gesunken und ⁠die Benzinpreise stark gestiegen.