Datum28.04.2026 09:41
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Unicef-Bericht warnt vor einem gravierenden Fachkräftemangel in Afghanistan bis 2030, da die Taliban Frauen vom Bildungs- und Arbeitsmarkt ausschließen. Rund 25.000 Lehrerinnen und Ärztinnen könnten bis dahin fehlen. Dies betrifft mindestens eine Million Mädchen, deren Schulbildung eingeschränkt ist. Der wirtschaftliche Schaden wird auf jährlich 84 Millionen Dollar geschätzt. Unicef fordert die Aufhebung der Beschränkungen für Frauen und Mädchen.
InhaltWeil die Taliban Frauen von Bildung und Arbeitsmarkt fernhalten, droht Afghanistan eine weitere Krise. Bis 2030 dürften 25.000 Lehrerinnen und Ärztinnen fehlen. Afghanistan droht aufgrund der Beschränkungen für Frauen und Mädchen unter den Taliban der Verlust von Tausenden Fachkräften. Bis zum Jahr 2030 könnten mehr als 20.000 Lehrerinnen und 5.400 medizinische Fachkräfte wegfallen, heißt es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Das entspricht demnach etwa 25 Prozent der Arbeitskräfte in diesen Sektoren im Jahr 2021. "Afghanistan kann es sich nicht leisten, künftige Lehrerinnen, Krankenschwestern, Ärztinnen, Hebammen und Sozialarbeiterinnen zu verlieren, die wesentliche Dienstleistungen aufrechterhalten", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Sie forderte, die Beschränkungen für die Bildung von Mädchen und die Beschäftigung von Frauen aufzuheben. Von den Beschränkungen sei bereits mindestens eine Million Mädchen betroffen. Diese Zahl werde sich bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich dem Bericht zufolge auf jährlich mindestens 5,3 Milliarden Afghani (84 Millionen Dollar). Das entspricht etwa 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes. Die islamistischen Taliban hatten nach ihrer Rückkehr an die Macht 2021 Frauen von den meisten Arbeitsplätzen im öffentlichen Sektor ausgeschlossen. Die Schulbildung steht Mädchen nur bis zum Alter von zwölf Jahren offen.