Datum28.04.2026 09:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRMeryl Streep äußert sich kritisch zu aktuellen Hollywood-Castingmethoden. Sie habe Mitleid mit jungen Kolleginnen, da diese nicht nur schauspielerisches Talent, sondern auch eine große Social-Media-Präsenz vorweisen müssten. Streep kritisiert den Aufstieg von Online-Castings und die daraus resultierende Vergleichbarkeit, die eine faire Beurteilung erschwere. Sie vergleicht den Prozess mit Tinder, da schnell entschieden werde.
InhaltMeryl Streep zeigt Mitgefühl für ihre jungen Kolleginnen. Neue Entwicklungen in Hollywood findet sie "furchtbar". Das liegt vor allem daran, wie Studios heutzutage Talente suchen. Meryl Streep, 76, ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen der Welt. Am Donnerstag startet "Der Teufel trägt Prada 2" mit Streep in der Hauptrolle in den Kinos. Kaum ein Film wird 2026 mit derart großer Spannung erwartet. Einen ersten Trailer sehen Sie hier. Fans dürfen sich freuen: Alle aus Teil eins bekannten Gesichter spielen offenbar auch in der Fortsetzung eine große Rolle. Darunter Streep, die jetzt im Interview mit der "Bild" ihrem Co-Star Stanley Tucci beipflichtet, als er sagt, "Ich würde heute auf keinen Fall mit der Schauspielerei am Anfang stehen wollen." Grund dafür sei der Druck, als Schauspielerin auch Erfolg auf den sozialen Medien zu haben, so Streep. "Ich habe drei Töchter, die Schauspielerinnen sind. Ich bin mit vielen jungen Schauspielerinnen befreundet. Daher weiß ich: Wenn du heute anfangen willst, brauchst du schon eine bestimmte Anzahl an Followern, bevor du überhaupt zum Vorsprechen eingeladen wirst. Die zählen wirklich deine – wie heißt das – Instagram-Follower." Streep, die auf Instagram mehr als 900.000 Menschen abonniert haben, muss zwar niemandem mehr etwas beweisen, aber fühlt mit ihren jungen Kolleginnen. Vor allem die Art und Weise, wie in Hollywood mittlerweile gecastet wird, findet die Schauspielerin schrecklich. "Ich denke, ich würde mich umbringen! Wir haben angefangen in einer Zeit, in der man noch persönlich vorgesprochen hat. Das ist ja auch vorbei. Man kann nur noch online vorsprechen", so Streep. Man müsse sich also zu Hause ein Set aufbauen. "Dein eigenes Licht, deine eigene Kamera, und anschließend etwas verschicken. Dann wischen sie durch, und wenn das, was du da bei dir zu Hause gemacht hast, nicht gefällt, dann wischen sie dich weiter, wie bei Tinder", sagt Streep und meint die Dating-App, bei der man quasi endlos nach neuen Datingoptionen suchen kann. Eine richtige Beurteilung, ob jemand eine gute oder schlechte Schauspielleistung abliefere, sei so überhaupt nicht möglich, sagt die 76-Jährige. "Alles sieht gleich aus, alle sehen gleich aus. Furchtbar."