Datum28.04.2026 09:04
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Geburtenzahl in Deutschland sank 2023 auf 654.300 Kinder, den niedrigsten Stand seit 1946. Dies ist der vierte Rückgang in Folge. Die Sterbefälle von 1,01 Millionen überstiegen die Geburten um 352.000, das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit. Gründe sind eine kleinere gebärfähige Altersgruppe und sinkende durchschnittliche Kinderzahl pro Frau. Osteuropa verzeichnet einen stärkeren Rückgang als der Westen, mit Ausnahme Hamburgs.
InhaltIm vergangenen Jahr wurden in Deutschland 654.300 Kinder geboren – 1,01 Millionen Menschen starben. So wenige Geburten gab es zuletzt im Jahr 1946. In Deutschland ist die Zahl der Geburten im vierten Jahr in Folge zurückgegangen und befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Nachkriegsjahr 1946. Rund 654.300 Kinder seien nach vorläufigen Ergebnissen im vergangenen Jahr geboren worden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 3,4 Prozent zurück. Indessen starben 2025 etwa 1,01 Millionen Menschen. Die Sterbefälle überstiegen die Zahl der Geburten den Angaben zufolge um etwa 352.000. Das Statistikamt sprach vom größten Geburtendefizit der Nachkriegszeit. Auch andere Staaten der Europäischen Union meldeten demnach für das vergangene Jahr weniger Geburten, darunter Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichne sich dagegen eine Stabilisierung ab. Grund für den Geburtenrückgang in den vergangenen Jahren sind in Deutschland den Statistikern zufolge vor allem zwei Entwicklungen: Es gibt weniger Frauen in der Altersgruppe, in der die meisten Kinder bekommen. Die Geburtsjahrgänge 1990er-Jahre waren zahlenmäßig eher klein. Außerdem sinke seit 2022 die durchschnittliche Anzahl der Kinder, die eine Frau heute bekommt. Wie in den Jahren zuvor sank die Geburtenziffer laut Statistischem Bundesamt stärker in den östlichen Bundesländern. Während Geburten hier um 4,5 Prozent zurückgingen, sank die Zahl in den westlichen Bundesländern um 3,2 Prozent. Unter den Bundesländern verzeichnete nach den vorläufigen Ergebnissen ausschließlich Hamburg einen leichten Geburtenanstieg von 0,5 Prozent. Den stärksten Geburtenrückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit 8,4 Prozent.