Trump lockt weitere Energiekonzerne weg von Windkraft

Datum28.04.2026 08:29

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump setzt seinen Kurs gegen erneuerbare Energien fort und bietet zwei weiteren Energieunternehmen hohe Summen, um auf US-Offshore-Windpachtverträge zu verzichten. Bluepoint Wind und Golden State Wind erhalten insgesamt 900 Millionen Dollar, um ihre Entwicklungsprojekte aufzugeben. Kritiker sehen darin einen Rückschritt für die Energiewende und schaden der amerikanischen Wirtschaft, während die Regierung dies als Investition in bezahlbare und zuverlässige Energie darstellt. Gerichte hatten Trumps frühere Blockaden von Windenergieprojekten bereits als rechtswidrig erklärt.

InhaltIn seinem Feldzug gegen ökologische Energie hat US-Präsident Donald Trump zwei weitere Energieunternehmen von Windkraftprojekten abgebracht. Gegen Geld vom Staat kündigen sie Offshore-Windpachtverträge auf. Entgegen den immer sichtbarer werdenden Folgen des Klimawandels setzt US-Präsident Donald Trump seinen Kurs gegen alternative Energieformen wie Solar- und Windenergie fort. Die US-Regierung zahlt zwei weiteren Firmen dafür, dass sie auf US-Offshore-Windpachtverträge verzichten. Bluepoint Wind und Golden State Wind stimmten demnach zu, aus Windprojekten in den USA auszusteigen, die sich gerade in der Entwicklung befinden, und im Gegenzug vom Staat insgesamt knapp 900 Millionen Dollar zu erhalten. Beide Unternehmen hätten beschlossen, keine neuen Offshore-Windprojekte in den Vereinigten Staaten zu verfolgen, teilte das US-Innenministerium mit. Trumps eng mit der Öl- und Gasindustrie verbandelte Republikaner versuchen derzeit mit Kraft, die Energiewende zurückzudrehen, die unter anderem der vorherige Präsident Joe Biden vorangetrieben hatte. So behindert die jetzige US-Regierung den Bau von Offshore-Windfarmen, kappt Fördermittel für Solarparks und Prämien für Elektrofahrzeuge. Zuletzt hatte Trumps Regierung im März einen ähnlichen Deal mit dem französischen Energiekonzern TotalEnergies geschlossen, der eine Auszahlung von einer Milliarde Dollar erhält, um Projekte vor den Küsten von North Carolina und New York aufzugeben. Das Innenministerium erklärte, diesem Modell werde mit der nun geschlossenen Vereinbarung gefolgt. TotalEnergies hatte für das Geld zugestimmt, statt in Windkraft stärker in fossile Energie zu investieren. Während Trump den ökologischen Energien sozusagen den Krieg erklärt hat, bremsen Gerichten ihn auch aus. Eine Bundesrichterin hob im Dezember seinen Erlass zur Blockade von Windenergieprojekten auf und erklärte ihn für rechtswidrig – sie gab damit den Generalstaatsanwältinnen und -anwälten aus 17 Bundesstaaten und Washington Recht, die den Erlass angefochten hatten. Zwei Wochen später ordnete die Regierung an, die Bauarbeiten an fünf großen Offshore-Windprojekten an der Ostküste zu stoppen, und verwies dabei auf nationale Sicherheitsbedenken. Entwickler und Bundesstaaten klagten, und Bundesrichter erlaubten allen fünf Projekten die Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Damit kamen sie im Kern zu dem Schluss, dass die Regierung nicht nachgewiesen habe, dass das Sicherheitsrisiko so unmittelbar sei, dass die Bauarbeiten gestoppt werden müssten. Tatsächlich gewinnen erneuerbare Energien trotz der Trump-Blockade einen Aufschwung. Experten weisen etwa darauf hin, dass solche Energieformen immer wirtschaftlicher würden. So entwickelten sich etwa Batterien zum Stromspeichern weiter und würden günstiger. Umweltgruppen und Demokraten haben die Rechtmäßigkeit des TotalEnergies-Deals infrage gestellt. Ihr Argument: Er könne der US-Wirtschaft und der Umwelt schaden. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer aus New York, kritisierte die Regierung dafür, Bluepoint Wind zu stoppen. "Erneut greift Donald Trump Offshore-Wind in New York auf Geheiß seiner Spender aus der Fossilindustrie ohne jede Rechtfertigung an", sagte er am Montag laut einer Erklärung. Er nannte es "eine rücksichtslose Entscheidung, die arbeitenden Familien und der Wirtschaft schadet" und wahrscheinlich die Strompreise in New York erhöhen werde. Sowohl Bluepoint als auch Golden State gehören gemeinsam Ocean Winds, einem Joint Venture von EDP Renewables und dem französischen Energieriesen Engie. Die Pacht für Bluepoint habe 765 Millionen US‑Dollar gekostet, während Golden State Wind berechtigt sein werde, etwa 120 Millionen US‑Dollar an Pachtgebühren zurückzuerhalten, teilte das Innenministerium mit. Trumps Mitstreiter allerdings deuten die Strom-Erzählung in ihrem Sinne um: Innenminister Doug Burgum sagte, den Unternehmen sei ein Produkt verkauft worden, das nur dann tragfähig gewesen sei, wenn es durch massive Subventionen der Steuerzahler gestützt werde, als sie 2022 – unter dem damaligen Präsidenten Biden – auf diese Offshore-Wind-Pachtverträge geboten hätten. "Jetzt, da hart arbeitende Amerikaner nicht mehr für teure, unzuverlässige, wetterabhängige Energieprojekte die Rechnung zahlen, investieren Unternehmen wieder in bezahlbare, zuverlässige und sichere Energieinfrastruktur", sagte Burgum laut einer Erklärung. "Wir begrüßen die Bereitschaft jedes Projekts, tatsächlich Grundlaststrom zu unterstützen und die Stromrechnungen für amerikanische Familien zu senken." Bluepoint Wind und Golden State Wind sollten große Offshore-Windprojekte werden – jedes davon in der Lage, nach Fertigstellung mehr als eine Million Haushalte mit Strom zu versorgen. Dies sollte den Bundesstaaten New Jersey, New York und Kalifornien helfen, ihre Ziele für saubere Energie zu erreichen. Sollten die Projekte jemals weiterverfolgt werden, müsste ein Entwickler neue Pachtverträge erwerben. Unter der Trump-Regierung habe jedoch das Bureau of Ocean Energy Management alle ausgewiesenen Windenergiegebiete in Bundesgewässern wieder zurückgenommen. Bluepoint Wind ist eine Partnerschaft zwischen Ocean Winds und Global Infrastructure Partners. Global Infrastructure Partners, Teil des Investmentriesen BlackRock, habe zugesagt, bis zu 765 Millionen Dollar in eine US-basierte Anlage für verflüssigtes Erdgas (LNG) zu investieren. Das Innenministerium sagte, es habe zugesagt, dem Unternehmen den Betrag zu erstatten, der in das LNG‑Projekt investiert wurde, so der Offshore-Wind-Pachtvertrag gekündigt werde. Golden State Wind ist ein Joint Venture von Ocean Winds und dem Canada Pension Plan Investment Board. Nach der Vereinbarung könne Golden State Wind etwa 120 Millionen Dollar an Pachtgebühren zurückerhalten, nachdem derselbe Betrag in Öl- und Gasvermögenswerte, Infrastruktur oder Projekte entlang der Golfküste investiert wurde, so das Innenministerium.