Kurzarbeit: Mehr als 130 Millionen Arbeitsstunden fielen 2025 durch Kurzarbeit aus

Datum28.04.2026 04:49

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Jahr 2025 fielen durch Kurzarbeit in Deutschland 133 Millionen Arbeitsstunden aus, eine Zunahme gegenüber Vorjahren. Betroffen sind vor allem das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe. Die Linke sieht darin eine Wirtschaftskrise und fordert höhere Kurzarbeitergelder sowie ein Verbot von Boni und Dividenden bei gleichzeitiger Kurzarbeit. Die Opposition kritisiert den starken Arbeitsplatzabbau und verlangt eine aktive Industriepolitik.

InhaltDer Arbeitsausfall durch Kurzarbeit hat sich weiter erhöht. Die Linke fordert daher eine Anhebung des Kurzarbeitergelds und Beschränkungen für Boni und Dividenden. Durch Kurzarbeit sind in Deutschland im vergangenen Jahr 133 Millionen Arbeitsstunden ausgefallen. Ein Jahr zuvor fielen deshalb noch 124 Millionen Arbeitsstunden aus, davor 106 Millionen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervor, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Das verarbeitende Gewerbe war demnach jeweils am stärksten betroffen, allein 2025 mit 70,2 Millionen ausgefallenen Stunden, gefolgt vom Baugewerbe mit 40,7 Millionen Stunden. "Der zunehmende Arbeitsausfall durch Kurzarbeit zeigt: Unsere Wirtschaft befindet sich in einer Krise", sagte der Linkenabgeordnete Cem Ince der dpa. Immer mehr Menschen würden unfreiwillig in Kurzarbeit geschickt. "Für sie bedeutet das massive finanzielle Einbußen", sagte Ince. Gerade bei einem ohnehin niedrigen Gehalt reiche das Kurzarbeitergeld nicht aus. Ince forderte eine deutliche Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Unternehmen müsse es zudem verboten werden, gleichzeitig Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen und Boni und Dividenden auszuzahlen. Angesichts des starken Arbeitsplatzabbaus forderte der Linkenpolitiker "eine offensive Industriepolitik und eine handlungsbereite Wirtschaftsministerin". Kurzarbeitergeld kann fließen, wenn Arbeitgeber etwa aus konjunkturellen Gründen die regelmäßige Arbeitszeit kürzen müssen und dies bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Die Höhe hängt vom Gehalt ab. Laut Bundesagentur für Arbeit erhalten Betroffene in der Regel 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben. In den Jahren 2020 bis 2022 waren infolge der Coronakrise mit abnehmender Tendenz noch deutlich mehr Arbeitsstunden ausgefallen als heute, am meisten 2020 mit mehr als 1,6 Milliarden. Im Vorkrisenjahr 2019 waren es demnach lediglich 71 Millionen Stunden.