Finanzen: Finanzminister macht eigene Steuererklärung nicht selbst

Datum28.04.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRHessens Finanzminister Alexander Lorz lässt seine eigene, komplexe Steuererklärung seit Jahrzehnten von einem Steuerberater erledigen. Er sei froh über diese Dienstleistung und hält das deutsche Steuerrecht für sehr kompliziert. Lorz begrüßt Pilotprojekte zur automatisierten Steuererklärung durch Finanzämter und hofft auf weitere Vereinfachungen im Steuerrecht. Auch wenn er die Vorbereitung der Unterlagen selbst übernimmt, sei er im Grunde nur ein Handlanger für den Steuerberater.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Finanzen“. Lesen Sie jetzt „Finanzminister macht eigene Steuererklärung nicht selbst“. Hessens Finanzminister Alexander Lorz findet seine eigene Steuererklärung zu kompliziert. Das hat der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitgeteilt. Schon seit Jahrzehnten lasse er sie lieber von einem Steuerberater erledigen. Mit Blick auf die Aktion "Die Steuer macht das Amt", bei der in weniger komplexen Fällen Finanzämter automatisiert eine Steuererklärung für Bürger übernehmen und ihnen zur Zustimmung vorlegen, zeigt sich Lorz "gespannt, wie weit wir mit diesem neuen und bislang erfolgreichen Ansatz unseres Pilotprojekts noch kommen".  An diesem Donnerstagabend (30. April) will er im Wiesbadener Landtag darüber sprechen. Gegenwärtig werden 200.000 Vorschläge für derartige Steuererklärungen an Hessinnen und Hessen verschickt.  Bei der Familie Lorz sind die Finanzen etwas facettenreicher. "Mein Berufsleben als Professor mit verschiedenen weiteren Tätigkeiten war schon immer so komplex, dass ich bei der Steuer auf Nummer sicher gehen wollte", erklärt der Jurist. "Mir war das früher und wäre es auch jetzt als Finanzminister zu kompliziert. Da bin ich ganz ehrlich." Juraprofessor Lorz freut sich über die Existenz von Steuerberaterinnen und -beratern: "Ich bin heilfroh, dass es Menschen gibt, die ihren Beruf und ihre Berufung darin sehen, das Steuerdickicht für andere zu lichten."  Dennoch heiße es im Hause Lorz in jedem Sommer an einem Wochenende: "Den Papa bitte nicht stören, er bereitet die Steuer vor!" Belege und Rechnungen vorzusortieren, das könne ihm der Steuerberater dann doch nicht abnehmen. Er sei aber nur dessen "Handlanger", ergänzt der Finanzminister. Viele Experten halten das deutsche Steuerrecht für eines der komplexesten der Welt. Lorz hofft nach eigenen Worten sehr, dass es gelingt, es weiter zu vereinfachen: "Wir müssen mehr auf Pauschalen setzen und uns damit auch viel häufiger als bisher von der von uns Deutschen besonders geliebten und gepflegten Einzelfallgerechtigkeit verabschieden." Das würde es nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch den Finanzämtern einfacher machen. © dpa-infocom, dpa:260428-930-1267/1