Datum28.04.2026 01:53
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump fordert die Entlassung von Moderator Jimmy Kimmel nach einem Witz über First Lady Melania Trump. Kimmel hatte Melania als "werdende Witwe" bezeichnet, was Trump als Aufruf zur Gewalt versteht. Dies geschah kurz vor einem Vorfall, bei dem ein Mann versuchte, das Korrespondenten-Dinner zu stürmen und auf Sicherheitskräfte schoss. Sowohl Trump als auch Melania kritisieren Kimmels Aussage scharf als Teil des problematischen politischen Klimas in den USA.
InhaltJimmy Kimmel spottet gern und viel über die First Family der USA. Nach den Schüssen beim Korrespondentendinner erheben Melania und Donald Trump jetzt harte Vorwürfe gegen den Late-Night-Host. Nach einer scherzhaften Bemerkung über First Lady Melania Trump hat US-Präsident Donald Trump die Entlassung von Moderator und Comedian Jimmy Kimmel gefordert. Wegen seines "verabscheuungswürdigen Aufrufs zur Gewalt" müsse Kimmel "sofort von Disney und ABC gefeuert werden", schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Moderator hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer "werdenden Witwe" bescheinigt und sich über Donald Trumps Alter und Gesundheitszustand lustig gemacht. Das dürfte dem Präsidenten nicht gefallen haben. Kimmel hatte die Bemerkung zwei Tage vor dem Schusswaffenvorfall am Rande des Korrespondenten-Dinners mit Trump in Washington, D.C. am Samstagabend gemacht. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass die Trumps in der Außenwahrnehmung eine Verbindung zwischen dem versuchten Angriff und der Aussage Kimmels herstellen wollen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zog am Montag dann auch direkte Parallelen zwischen Kimmels Parodie und der mutmaßlichen Motivation des Angreifers von Washington: "Diese Rhetorik über den Präsidenten, die First Lady und ihre Unterstützer ist völlig verrückt." Bei dem Vorfall während der Gala in der US-Hauptstadt hatte ein bewaffneter Mann versucht, eine Sicherheitskontrolle ein Stockwerk über dem Eingang zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden. Bei seiner Festnahme fielen mehrere Schüsse. Ein Gericht warf dem Verdächtigen am Montag versuchten Mord am US-Präsidenten vor (mehr zu dem Fall hier ). Kimmel hatte in seiner Sendung am Donnerstag die Rolle des Gastgebers beim damals noch bevorstehenden Korrespondenten-Dinner parodiert, bei dem üblicherweise viel gescherzt wird. Dabei wandte er sich an die imaginär im Publikum sitzende Präsidentengattin und sagte, "Mrs. Trump, Sie strahlen wie eine werdende Witwe". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Wenige Stunden vor dem Präsidenten hatte am Montag bereits Melania Trump selbst Kimmel scharf kritisiert. Dessen Worte seien "zersetzend und verschlechtern das kranke politische Klima in den USA", schrieb die 56-Jährige im Onlinedienst X. Auch sie forderte eine Reaktion des Senders ABC und des Mutterkonzerns Disney. Der prominente Late-Night-Moderator kann bereits auf eine lang andauernde Privatfehde mit Donald Trump zurückblicken. Im September hatte ABC Kimmels Show auf Betreiben der Trump-Regierung vorübergehend abgesetzt. Zuvor hatte der Moderator Trumps MAGA-Bewegung vorgeworfen, sich die Ermordung des ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk politisch zunutze zu machen. Nach heftiger Kritik an der Absetzung vollzog der ABC-Mutterkonzern Disney schließlich eine Kehrtwende und nahm Kimmels Show wieder ins Programm. Donald Trumps Empörung bekommt einen gewissen Beigeschmack mit Blick auf dessen eigene Aussagen über Verstorbene. So hatte er den Tod des ehemaligen FBI-Chefs Robert Mueller im März mit den Worten kommentiert : "Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann unschuldigen Menschen keinen Schaden mehr zufügen." (Mehr dazu hier) Auch über den mutmaßlich von seinem eigenen Sohn ermordeten Regisseur Rob Reiner hatte sich Trump ausgelassen (hier mehr). Dem Filmemacher attestiert der US-Präsident posthum öffentlich eine "geistige Behinderung namens Trump-Verwirrungs-Syndrom". Für diese Aussage – ebenso wie für seine Mueller-Einlassung – war Trump sogar aus den eigenen Reihen kritisiert worden.