Datum28.04.2026 00:51
Quellewww.zeit.de
TLDRTuareg-Rebellen und Dschihadisten haben nach Angriffen die wichtige Stadt Kidal in Mali eingenommen. Die malische Armee und russische Truppen des Afrikakorps zogen sich daraufhin zurück. Dies geschah im Rahmen koordinierter Angriffe von Al-Qaida-nahen Gruppen wie JNIM und der Tuareg-Rebellengruppe FLA auf die Militärjunta. Die Bundesregierung rät deutschen Staatsangehörigen zur Vorsicht. Seit 2020 wird Mali von einer Militärjunta regiert, die mit islamistischer Gewalt und kriminellen Banden konfrontiert ist.
InhaltDie Angriffe von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen auf Stellungen der Junta in Mali dauern an. Aus der Stadt Kidal sollen sich malische Soldaten nun zurückgezogen haben. Im Norden von Mali haben Dschihadisten und Tuareg-Rebellen nach Angriffen auf strategische Stellungen der herrschenden Militärjunta die Kontrolle über die wichtige Stadt Kidal übernommen. "Wir haben Kidal verlassen. Wir sind nicht mehr dort", zitierte die Nachrichtenagentur AFP aus Gouverneurskreisen. Einwohner bestätigten demnach, malische Soldaten und ihre russischen Unterstützer beim Verlassen der Stadt gesehen zu haben. Auch das sogenannte Afrikakorps, das dem russischen Verteidigungsministerium unterstellt ist, bestätigte den Abzug seiner Truppen aus der Stadt. Die Entscheidung sei gemeinsam mit der Führung des westafrikanischen Landes getroffen worden. Die Tuareg-Rebellengruppe FLA hatte bereits am Sonntag die Einnahme Kidals verkündet. Sie rief die Russen in einer Erklärung auf, ihr "Engagement auf Seiten der Militärjunta von Bamako zu überdenken". Die Bundesregierung rief deutsche Staatsangehörige in Mali auf, sich in einer sicheren Umgebung aufzuhalten und das Land – wenn möglich – zu verlassen. Die Lage sei volatil, sage eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Seit Samstag führen in Mali Dschihadisten, die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbündet sind, gemeinsam mit der Tuareg-Rebellengruppe FLA landesweit koordinierte Angriffe auf die Armee aus. Die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) teilte mit, sie koordiniere die Angriffe mit der FLA. "Gemeinsam führen wir eine wahrhaftige Transformation aus, im Dienste der Religion, des Landes und des Volkes", erklärte der Al-Qaida-Ableger. In zahlreichen Städten Malis gab es am Wochenende heftige Gefechte zwischen der Armee und den Angreifern. Dabei wurde unter anderem der Verteidigungsminister der Militärjunta, Sadio Camara, getötet. Kidal stand in der Vergangenheit bereits jahrelang unter der Kontrolle von Rebellengruppen, ehe die Stadt im November 2023 bei einer Offensive der malischen Armee mit Unterstützung von russischen Söldnern der Gruppe Wagner zurückerobert wurde. Vor fast einem Jahr hatte sich die Gruppe Wagner dann aus Mali zurückgezogen und wurde durch das russische Afrika-Korps ersetzt. Mali wird seit vielen Jahren von massiver Gewalt erschüttert. Die seit zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschende Militärjunta unter General Assimi Goïta sieht sich unter anderem mit einer Rebellion von Islamisten konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen verüben. Zudem sind kriminelle Banden in dem Land aktiv. Wo Goïta sich aufhält, ist nicht bekannt.