Datum27.04.2026 22:36
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Gewerkschaft Ver.di hat nach einer enttäuschenden zweiten Verhandlungsrunde zu bundesweiten Warnstreiks bei der Telekom aufgerufen. Ab Dienstag legen Beschäftigte in mehreren Bundesländern die Arbeit nieder. Ver.di fordert 6,6 Prozent mehr Lohn für rund 60.000 Angestellte und einen Mitgliederbonus. Der Konzern verweist auf Investitionsdruck, während Ver.di auf Rekordergebnisse und die Bedürfnisse der Mitarbeiter hinweist.
InhaltDie zweite Verhandlungsrunde mit der Telekom bezeichnet Ver.di als "enttäuschend". Ab Dienstag sollen Beschäftigte in mehreren Bundesländern streiken. In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom hat die Gewerkschaft Ver.di zu Warnstreiks aufgerufen. Nach einer "enttäuschenden zweiten Verhandlungsrunde" seien im Laufe der Woche bundesweit vollschichtige Warnstreiks geplant, teilte Ver.di mit. Am Dienstag sollen zunächst Beschäftigte aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg ihre Arbeit niederlegen. Weitere Standorte sollten in den kommenden Tagen folgen. Ver.di machte zunächst keine Angaben dazu, welche Konzernbereiche von dem Arbeitskampf betroffen sind und welche möglichen Auswirkungen dieser haben könnte. Im Tarifstreit mit der Telekom fordert die Gewerkschaft für rund 60.000 Beschäftigte eine Lohnsteigerung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten sowie einen Ver.di-Mitgliederbonus von 660 Euro im Jahr. Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht den Gewerkschaftsangaben zufolge aus 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge habe eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. Vor der Tarifrunde seien gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften vereinbart worden. In einer Pressemitteilung vor der zweiten Verhandlungsrunde hatte Ver.di verlauten lassen, man erwarte "ein verhandlungsfähiges Angebot von der Arbeitgeberseite." Der Konzern habe trotz guter Geschäftsergebnisse bisher vor allem auf wachsenden Wettbewerbs- und Effizienzdruck sowie notwendige Zukunftsinvestitionen wie den Glasfaserausbau verwiesen. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland reagierte darauf mit wenig Verständnis: "Es kann nicht sein, dass der Konzern Jahr für Jahr Rekordumsätze, Rekordergebnisse und Rekorddividenden für Aktionäre realisiert, bei den Bedürfnissen der Beschäftigten aber schmallippig bleibt und auf die uns bekannten Herausforderungen des Konzerns verweist."