Datum27.04.2026 20:49
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 35-Jähriger wurde in Kiel zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er vergewaltigte seine Ehefrau fünfmal und entführte sie mit zwei Kindern bis nach Frankreich. Sein Bruder erhielt wegen Beihilfe zur Geiselnahme eine zweijährige Bewährungsstrafe. Ziel der Entführung war, die Beziehung ohne äußere Einflüsse aufrechtzuerhalten. Die Entführung fand nach mehreren Vergewaltigungen statt, bei denen die Frau gefesselt wurde. Der Hauptangeklagte wurde schließlich in Calais festgenommen.
InhaltEin 35-Jähriger ist in Kiel zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er soll seine Ehefrau mehrfach missbraucht und sie sowie ihre zwei Kinder bis nach Frankreich verschleppt haben. Auch der Bruder des Angeklagten wurde verurteilt. Ein 35-Jähriger ist vom Landgericht Kiel wegen Vergewaltigung, Geiselnahme und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. In dem Verfahren sah die Kammer es als erwiesen an, dass der Mann seine Ehefrau fünfmal vergewaltigte, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte. Auch sein Bruder wurde verurteilt: Er erhielt wegen Beihilfe zur Geiselnahme in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein eine zweijährige Bewährungsstrafe bei einer Bewährungszeit von drei Jahren. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet. Laut Anklage soll der Hauptangeklagte die Frau bei einem der Fälle in der gemeinsamen Wohnung in Rendsburg gefesselt haben. Schließlich soll er mit seinem mitangeklagten 26 Jahre alten Bruder den Plan gefasst haben, seine nach syrischem Recht angetraute Ehefrau mit den Kindern nach Großbritannien zu entführen. Die Vergewaltigungen ereigneten sich demnach im November 2022 und im Mai 2024. Ziel war es früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge gewesen, die Beziehung ohne den Schutz der Eltern der Frau oder anderer Kontakte weiterführen zu können. Daher warteten beide Brüder mit einem Auto vor der Wohnung der Eltern der Frau. Als sie schließlich mit zwei der drei Kinder das Haus ihrer Eltern verließ, sollen sie ihr gedroht und die drei entführt haben. Zunächst kam die Frau den Aussagen nach in den Kofferraum und die beiden Kinder auf die Rückbank des Autos. Dann fuhren sie in Richtung Süden. Bei der Fahrt kam es laut Anklage zu Unstimmigkeiten zwischen den Brüdern, sodass der 26-Jährige das Fahrzeug in der Region Hannover verließ. Sein älterer Bruder fuhr mit seiner Frau und den beiden Kindern über die Niederlande und Belgien bis ins französische Calais. Dort wollte er mithilfe von Schleppern nach Großbritannien gelangen. Während dieser Zeit schliefen sie in einem Zelt in einem Flüchtlingscamp. Schließlich wurde er von der französischen Polizei festgenommen. Der Verteidiger des Hauptangeklagten hätte eine Geldstrafe gefordert, sagte die Gerichtssprecherin. In dem Prozess habe es mehr als 40 Verhandlungstage gegeben. Das Verfahren hatte im Juni vergangenen Jahres begonnen.