Datum27.04.2026 20:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDie EU-Kommission fordert mehr KI-Auswahl für Android-Nutzer. Google soll konkurrierenden KI-Diensten besseren Zugang zu Android-Funktionen gewähren, etwa für E-Mails oder Essensbestellungen. Nutzer sollen eigene Aktivierungsbefehle wählen können. Ziel ist, Googles Gatekeeper-Status gemäß dem Digital Markets Act (DMA) zu regulieren und die Wettbewerbsregeln durchzusetzen. Nach Konsultationen sollen verbindliche Änderungen folgen, andernfalls drohen Strafen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wettbewerb“. Lesen Sie jetzt „EU-Kommission: Android-Nutzer sollten mehr KI-Optionen haben“. Nutzer des Google-Betriebssystems Android sollten nach Ansicht der EU-Kommission mehr Auswahl bei integrierten KI-Systemen haben. Die Brüsseler Behörde legte Vorschläge vor, wie der US-Konzern nach den EU-Wettbewerbsregeln vorgehen sollte, um konkurrierenden Anbietern Künstlicher Intelligenz besseren Zugang zu den Funktionen des Betriebssystems zu gewähren. Android-Nutzern in der gesamten EU würde dadurch eine größere Auswahl geboten, hieß es in einer Mitteilung. Konkret sollen konkurrierende KI-Dienste demnach künftig in der Lage sein, auf Android-Smartphones und -Tablets E-Mails zu versenden, Essen zu bestellen oder Fotos zu teilen. Bislang behält Google laut EU-Kommission diese Möglichkeiten weitgehend etwa seinem eigenen KI-Angebot Gemini vor. Statt "Ok Google" oder "Hey Google" schlägt die EU-Kommission zudem vor, dass Nutzer andere KI-Dienste per selbst festgelegtem Aktivierungsbefehl starten können. Die Vorschläge der Brüsseler Wettbewerbshüter sind zunächst nicht bindend für Google, sollen dem US-Konzern aber helfen, sich an europäische Wettbewerbsregeln zu halten. Die Vorgaben basieren auf dem Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act - DMA), mit dem die EU die Macht großer Online-Plattformen begrenzen will. Google gehört zu den sogenannten Gatekeepern ("Torwächtern"), die wegen ihrer dominanten Stellung besonderen Wettbewerbsregeln unterliegen. Der US-Konzern und auch konkurrierende Unternehmen können nun Gegenvorschläge machen, die Brüssel berücksichtigen will. Im Sommer muss die EU-Kommission dann verbindliche Änderungen vorschlagen. Sollte sich keine Einigung mit Google finden, könnte ein Verfahren wegen DMA-Verstößen drohen und die EU letztendlich empfindliche Strafen verhängen. © dpa-infocom, dpa:260427-930-750/1