Datum27.04.2026 20:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRShell kauft das kanadische Unternehmen ARC Resources für rund 13,9 Milliarden Euro, um sinkende Fördermengen auszugleichen. Die Übernahme steigert die Produktion um 370.000 Barrel Öläquivalent täglich und sichert bestehende Anlagen für LNG-Exporte nach Asien. Dies stärkt Shells Position als wichtiger LNG-Akteur.
InhaltDer Mineralölkonzern Shell kämpft mit sinkenden Fördermengen. Ein Zukauf soll nun Abhilfe schaffen: Für ARC Resources bezahlt das britische Unternehmen mehr als 13 Milliarden Euro. Der Öl- und Gaskonzern Shell will das kanadische Unternehmen ARC Resources kaufen. Mit der Übernahme, die insgesamt rund 16,4 Milliarden US-Dollar (13,9 Milliarden Euro) kostet, will der britische Konzern eigenen Angaben zufolge sinkende Fördermengen kompensieren. Die Fördermenge soll dadurch um 370.000 Barrel Öläquivalent pro Tag steigen. Shell steht unter Zugzwang, weil älter werdende Öl- und Gasfelder zunehmend ausgebeutet sind und ihre Produktionsziele nicht mehr erfüllen. Analysten und das Unternehmen selbst hatten vorausgesagt, dass der Konzern bis etwa Mitte des nächsten Jahrzehnts einen Rückgang der Fördermenge um 350.000 bis 800.000 Barrel Öläquivalent pro Tag ausgleichen müsse. Die sogenannte Reservenlebensdauer von Shell – also die Zeitspanne, in der die nachgewiesenen Reserven das aktuelle Produktionsniveau aufrechterhalten können – war im Jahr 2025 auf weniger als acht Jahre gesunken. Der Zukauf beschert dem Konzern Reserven von zwei Milliarden Barrel Öläquivalent. Bei der Übernahme von ARC Resources geht es um das Montney-Becken in den kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta, wo Schiefergas gefördert wird. Die Anlagen liegen in der Nähe bestehender Shell-Felder, die das Werk LNG Canada versorgen. An diesem hält Shell 40 Prozent. Flüssigerdgas kann asiatische Käufer von dort aus schneller erreichen als von den meisten anderen nordamerikanischen Standorten. Shell ist einer der größten Akteure am Markt für LNG. Durch den Zukauf übernimmt der Konzern eigenen Angaben nach auch Nettoverbindlichkeiten und Leasingverpflichtungen von rund 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro). E-Mails und Gesprächsprotokolle enthüllen, wie Vertreter der Gaskonzerne neue EU-Klimaregeln zu verwässern versuchen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche übernimmt ihre Argumentation. Lesen Sie hier mehr .