Datum27.04.2026 18:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRRusslands Präsident Putin trifft Irans Außenminister und bekräftigt die strategische Partnerschaft. Er sichert Teheran Unterstützung zu, gibt sich aber nach außen als Friedensstifter. Gleichzeitig profitiert Russland von den durch den US-iranischen Krieg gestiegenen Ölpreisen. Russland unterstützt Iran humanitär und bietet an, angereichertes Uran abzunehmen, lehnt aber eine offene militärische Unterstützung ab. Russland bietet zudem eine Vermittlerrolle im Konflikt an.
InhaltRusslands Machthaber Wladimir Putin hat den iranischen Außenminister in Moskau empfangen. Der Kremlchef setzt auf die Partnerschaft mit Teheran – tut nach eigenen Angaben aber alles für einen baldigen Frieden in Nahost. Der Krieg der USA und Israels gegen Iran treibt die Ölpreise in die Höhe. Russland profitiert davon, der Irankrieg könnte bis zu 250 Milliarden Dollar in die Kasse spülen . Trotzdem gibt sich Russlands Machthaber Wladimir Putin nun nach außen hin als möglicher Friedensstifter, sichert aber Irans Regime seine Unterstützung zu. Bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi in Sankt Petersburg sagte Putin, Russland unterstütze Iran. Er habe vorige Woche eine Botschaft des obersten Führers Mojtaba Khamenei erhalten und könne nur bestätigen, dass Russland und Iran ihre strategische Partnerschaft fortsetzen, sagte Putin laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Araghchi sagte laut russischer Übersetzung, dass die Beziehungen zwischen Teheran und Moskau auf höchstem Niveau seien und weiter gefestigt würden. Er dankte Russland für die Unterstützung. Putin wiederum äußerte die Hoffnung auf baldigen Frieden im Nahen Osten. "Wir sehen, wie tapfer und heldenhaft das iranische Volk um seine Unabhängigkeit kämpft, um seine Souveränität", sagte Putin. "Wir werden von unserer Seite alles tun, was in ihrem Interesse liegt und den Interessen aller Völker der Region entspricht, damit der Frieden so schnell wie möglich erreicht werden kann." Kremlsprecher Dmitrij Peskow erklärte zu dem Treffen, dass eine Rückkehr zu Kampfhandlungen weder im Interesse Teherans noch im Interesse der Weltwirtschaft sei. Russland sei zudem bereit, in dem Konflikt zu vermitteln. Peskow hatte zuvor auch gesagt, das Gespräch sei wegen der Entwicklungen in Iran und im Nahen Osten von unschätzbarer Wichtigkeit. Zuvor hatte der iranische Außenminister Islamabad besucht, um pakistanischen Vermittlern die Bedingungen Teherans für eine Beendigung des Kriegs an die USA zu übergeben. Direkte Verhandlungen beider Seiten gibt es derzeit nicht. Die USA hatten auf Befehl von Präsident Donald Trump am 28. Februar mit Israel die Bombardierung Irans begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen und einer Blockade der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Routen für Öltanker weltweit. Letzteres hat die Preise für Öl und Gas auf den Weltmärkten massiv steigen lassen. Russland gilt als Verbündeter Irans, unterstützt das Land etwa mit humanitären Hilfslieferungen, aber nicht offen militärisch. Zuletzt bekräftigte es mehrfach sein Angebot, angereichertes Uran aus Iran abzunehmen. Eine der Hauptforderungen der USA ist der Verzicht Irans auf eine Atombombe.