Kriminalität: Mutter und Baby getötet – Wissenschaftler vor Gericht

Datum27.04.2026 17:48

Quellewww.zeit.de

TLDREin Wissenschaftler steht in Düsseldorf vor Gericht, weil er seine Frau und sein zwei Monate altes Baby mit einem Küchenbeil getötet haben soll. Der Beschuldigte leidet an Depressionen und leidet laut Gutachter an paranoider Schizophrenie, was zur Tatzeit zu einer akuten Psychose geführt haben könnte. Eine Schuldunfähigkeit wird vermutet. Er droht die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Psychose aus.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Mutter und Baby getötet – Wissenschaftler vor Gericht“. Ein Wissenschaftler soll in Düsseldorf seine Frau und sein zwei Monate altes Baby mit einem Küchenbeil umgebracht haben. Knapp fünf Monate nach der Tat begann am Düsseldorfer Landgericht ein sogenanntes Sicherungsverfahren gegen den 44-Jährigen. "Ich erinnere mich nur, dass ich aufgewacht bin mit einem Messer in der Hand", sagte der Beschuldigte. Er leide schon länger an Depressionen. "2009 in Prag hatte ich die ersten Symptome. Das waren schwere Depressionen und totale Hoffnungslosigkeit", sagte er. Einem Gutachter zufolge ist der 44-Jährige aber auch paranoid schizophren. Der Beschuldigte sagte: "Ich nehme dann unwirkliche Dinge wahr und bin sehr erregt."  Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann zur Tatzeit an einer akuten Psychose litt und deswegen vermutlich schuldunfähig war. Dem Beschuldigten droht als psychisch krankem und gefährlichem Straftäter nun die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie.  Der Beschuldigte und seine Frau hatten sich in China kennengelernt. Der Angeklagte hatte dort 2019 ein Praktikum absolviert. Ein Jahr vor der Tat hatte der Slowake die Chinesin geheiratet und glücklich Fotos der Hochzeit in sozialen Netzwerken gezeigt. Vier Monate vor der Tat hatte das Paar eine neue Wohnung in Düsseldorf bezogen. Die 31-Jährige war hochschwanger. Im September wurde ihre Tochter geboren. Alles schien gut zu sein. Auf einem Video ist zu sehen, wie der Beschuldigte den Säugling scheinbar glücklich im Arm hält.  Dann habe er die verordneten Medikamente abgesetzt, um seiner Frau mit dem Baby nachts helfen zu können, sagte der Beschuldigte. "Die Beruhigungsmittel haben mich immer so müde gemacht."  Seine Ehefrau habe von seiner Krankheit gewusst, und ihn gedrängt, die Medikamente weiter zu nehmen. "Mein Mandant leidet massiv unter dem Verlust der beiden", sagte Verteidiger Lars Horst am Rande der Verhandlung.  Die Tat hatte vor fünf Monaten in Düsseldorf für Entsetzen gesorgt. In der Wohnung des Mehrfamilienhauses hatten Rettungskräfte die Leichen der Wissenschaftlerin und des zwei Monate alten Babys entdeckt.  Der Beschuldigte soll nach der Tat einen Suizidversuch unternommen und sich dabei mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben, bevor er den Notruf wählte.  Den Rettungskräften habe er noch selbst die Tür geöffnet, hieß es damals. Für das Verfahren wegen zweifachen Totschlags sind bis zum 23. Juni noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt. © dpa-infocom, dpa:260427-930-382/1