NRW: Intensivpfleger vergewaltigt Koma-Patienten – zwölf Jahre Haft

Datum27.04.2026 17:01

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 32-jähriger Intensivpfleger wurde wegen der Vergewaltigung von vier Koma-Patienten in Kliniken in Essen und Dortmund zu zwölf Jahren Haft und einem lebenslangen Berufsverbot verurteilt. Er fotografierte und filmte die Taten und schickte diese einer Bekannten, mit der er sich über die Missbrauchshandlungen lustig machte. Die Bekannte erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen psychischer Beihilfe. Die Opfer waren bewusstlos und schutzlos den Handlungen des Pflegers ausgeliefert. Ermittlungen gerieten durch Verdacht auf Kinderpornografie ins Rollen.

InhaltEin 32-jähriger Pfleger hat bewusstlose Frauen und einen Mann im Krankenhaus vergewaltigt, Fotos und Videos der Taten schickte er einer Bekannten. Das Landgericht verhängte zusätzlich zur Haftstrafe ein lebenslanges Berufsverbot. Das Landgericht Essen hat einen Krankenpfleger nach der Vergewaltigung von Koma-Patienten zu zwölf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte gestanden, Frauen und Männer nach schwersten Operationen sexuell missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die Fotos und Videos schickte er einer Bekannten. Anschließend hatten sie sich im Chat über die Taten lustig gemacht. Gegen den 32-Jährigen wurde zusätzlich zur Haftstrafe ein lebenslanges Berufsverbot verhängt. Zwischen 2017 und 2025 war er in mehreren Kliniken angestellt, die Taten beging er im Essener Uniklinikum und einem Dortmunder Krankenhaus. "Der Angeklagte hat den Opfern die Würde genommen", sagte der Richter. Er habe sie zum bloßen Objekt gemacht. "Sie waren ihm völlig schutzlos ausgeliefert." Die Aufgabe des Intensivpflegers sei es gewesen, den Menschen zu helfen. "Stattdessen hat er sie zur Befriedigung seines eigenen Sexualtriebs missbraucht – wie ein Stück Fleisch." Seine mitangeklagte Bekannte ist wegen psychischer Beihilfe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatte den Krankenpfleger im Chat aufgefordert, die Vergewaltigungen zu begehen. Die Opfer sind laut Urteil drei Frauen und ein Mann. Alle waren bewusstlos. Eine der Betroffenen hatte eine Lungentransplantation hinter sich, eine andere Frau war an der Aorta operiert worden. Der Krankenpfleger war nach einem Verdacht wegen sexueller Missbrauchsdarstellungen von Kindern ins Visier der Ermittler geraten. Auf seinem Handy waren die Fotos und Videos der Vergewaltigungen entdeckt worden. Die Identität einer der vergewaltigten Frauen ist bis heute unbekannt.