Gestrandeter Buckelwal: Forscher: Buckelwal bei Poel braucht Ruhe statt Bergung

Datum27.04.2026 16:35

Quellewww.zeit.de

TLDRForscher des Deutschen Meeresmuseums raten dringend von einer Bergung des gestrandeten Buckelwals bei Poel ab. Das Tier sollte Ruhe und palliative Versorgung erhalten, da eine Lebendbergung geringe Erfolgsaussichten hat und hohe Verletzungsrisiken birgt. Der Transport wäre zudem extrem stressig. Stattdessen sollten die Bemühungen auf Schutzmaßnahmen für Meeressäugetiere abzielen. Sollte der Wal sterben, wird eine wissenschaftliche Untersuchung zur Todesursachenermittlung empfohlen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gestrandeter Buckelwal“. Lesen Sie jetzt „Forscher: Buckelwal bei Poel braucht Ruhe statt Bergung“. Das Deutsche Meeresmuseum rät von einem Lastkahn-Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals dringend ab. Das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden, teilte die wissenschaftliche Einrichtung mit. "Von weiteren Manipulationen am Wal" sei abzusehen.  "Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert", betonten die Wissenschaftler. Die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie "ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden", erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue.  Ein mehrtägiger Transport gehe auch mit einer enormen Stressbelastung einher. "Insbesondere der Transport in einer Metallbarge wäre aufgrund der hohen Schallreflexion mit einer sehr großen Lärmbelastung innerhalb der Barge verbunden." Stattdessen sollten das Schicksal des Buckelwals und die emotionale Anteilnahme in der Bevölkerung Anlass sein, um weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale und andere Meeressäugetiere in der Nord- und Ostsee vorzunehmen. Sowohl die Schweinswale in der Ostsee als auch jene in der Beltsee seien von durch Menschen verursachte Bedrohungen betroffen – insbesondere Beifang und Lärm im Meer. Sollte der Buckelwal sterben, sollte das Tier nach Ansicht des Deutschen Meeresmuseums wissenschaftlich untersucht werden, um Erkrankungen und die Todesursache feststellen zu können. "Diese Untersuchung muss innerhalb weniger Tage nach dem Tod erfolgen, damit die Zersetzung der Organe durch Autolyse bis dahin nicht zu weit fortgeschritten ist." Das Meeresmuseum könne dies jedoch nicht leisten. Die Genehmigung einer Obduktion sei zu einem Zeitpunkt erteilt worden, als das Meeresmuseum noch in die Maßnahmen für den Buckelwal involviert gewesen seien. "Durch Duldung der Privatinitiative zur Lebendbergung des Buckelwals (...) und der nachfolgenden Manipulationen am Buckelwal ist eine unabhängige, forensische Obduktion des Tieres erforderlich." © dpa-infocom, dpa:260427-930-32/1