Datum27.04.2026 12:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRAston Villas Fußballspielerin Missy Bo Kearns hat ihre Fehlgeburt und die daraus resultierende lebensbedrohliche Sepsis öffentlich gemacht. Dank des schnellen Eingreifens der Teamärztin, die sie trotz grippeähnlicher Symptome ins Krankenhaus schickte, konnten die Ärzte ihr Leben retten. Kearns beschreibt die vier Tage im Krankenhaus als "Hölle" und kämpft noch mit dem psychischen Trauma. Eine Rückkehr auf den Platz wird vor der nächsten Saison nicht erwartet.
InhaltAston Villas Missy Bo Kearns hat nach einer Fehlgeburt der Teamärztin ihres Klubs gedankt, weil diese sie mit grippeähnlichen Symptomen in die Klinik geschickt hat. "Sie haben mir wahrscheinlich das Leben gerettet", sagt sie. Die englische Fußballnationalspielerin Missy Bo Kearns hat in einem emotionalen Interview eine Fehlgeburt öffentlich gemacht. Sie habe im Krankenhaus "vier Tage in der Hölle" erlebt, sagte die 25-Jährige dem Sender ITV News . Die Mittelfeldspielerin von Aston Villa und ihr Partner Liam Walsh, der bei Luton Town unter Vertrag steht, hatten die Schwangerschaft am 1. März bekannt gegeben, das Baby aber wenige Wochen später verloren. Sie habe sich am 18. März auf dem Trainingsgelände von Aston Villa unwohl gefühlt und die Teamärztin aufgesucht, berichtete Kearns. "Ich hatte 42 Grad Fieber und zitterte am ganzen Körper. Wir fuhren ins Krankenhaus, und dort erfuhren wir sofort, dass wir das Baby verloren hatten und ich eine Sepsis entwickelt hatte. Es war ein Schock. Mein ganzes Leben veränderte sich von einem Moment auf den anderen." Kearns sagte, sie sei der Teamärztin dankbar für den Rat, sofort ein Krankenhaus aufzusuchen. "Wir mussten drei, vier Tage lang die Hölle im Krankenhaus in Birmingham durchmachen. Ich glaube, wir haben erst jetzt richtig verstanden, was wir alles durchgemacht haben", sagte sie: "Ich bin den Ärzten hier bei Villa so dankbar, denn wäre ich an dem Tag zu Hause gewesen und hätte meine Mutter angerufen und gesagt: 'Ich habe ein paar grippe-ähnliche Symtome', hätten wahrscheinlich alle nur gesagt: 'Schlaf dich aus' oder so." Doch die Teamärztin Jodie Blackadder-Weinstein habe sie gedrängt, ins Krankenhaus zu gehen. Sie habe dort nicht hingewollt, sagte Kearns, "aber sie haben mir wahrscheinlich das Leben gerettet." Kearns hatte das Trainingsgelände von Villa besucht, um ihre Teamkolleginnen zu sehen und an ihrer Fitness zu arbeiten. Sie habe noch immer mit dem psychischen Trauma zu kämpfen, sagte sie. Kearns, die ihre Karriere bei Liverpool begann und 2024 zu Aston Villa wechselte, rechnet nicht damit, vor der nächsten Saison wieder spielen zu können. Ihr Ziel bliebe aber, im kommenden Jahr in Brasilien im WM-Kader zu stehen. Für die englische Nationalmannschaft war sie bisher dreimal aufgelaufen.