Datum27.04.2026 08:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Trump gab sich nach Schüssen bei einer Gala gelassen und gab an, den Secret Service gebremst zu haben, um die Situation zu beobachten. Kritik am Sicherheitskonzept der Veranstaltung wird laut, da diese möglicherweise nicht die übliche Sicherheitsstufe hatte. Der Täter soll sich über die laxen Vorkehrungen gewundert haben. Trotz Kritik verteidigt die Regierung das Konzept, da der Angreifer gestoppt wurde. Der US-Kongress hat eine Anhörung angesetzt.
InhaltDer US-Präsident gibt sich nach den Schüssen in Washington gelassen. Derweil kommen Fragen am Sicherheitskonzept auf. Selbst der Schütze soll sich gewundert haben. Nach dem Angriff auf eine Gala in Washington mit US-Präsident Donald Trump behauptet dieser, er habe den Secret Service gebremst. "Ich wollte sehen, was passiert, und ich habe es ihnen nicht einfach gemacht, ich wollte alles sehen", so Trump in einem Interview mit dem Sender CBS News . Unterdessen wächst die Kritik am Sicherheitskonzept der Veranstaltung, auch der US-Kongress schaltet sich nun ein. "Ich war nicht besorgt", betonte Trump, es sei für ihn nicht die erste Situation dieser Art gewesen. In dem Moment, als Schüsse zu hören waren, habe er zu den Sicherheitskräften gesagt: "Wartet kurz, wartet, wartet. Lasst es mich sehen." Doch als klar wurde, dass die Situation ernst war, habe er sich von den "tollen Leuten" in einen sicheren Raum bringen lassen – dabei sei er ganz aufrecht gegangen, wie der 79-Jährige mehrfach betonte. Dort angekommen, habe er sich wieder an die Mitarbeiter des Secret Service gewandt: "Ich habe versucht, sie dazu zu bringen, das Event fortzusetzen", erinnert sich der US-Präsident. In der Zwischenzeit gerät das Sicherheitskonzept der Gala in die Kritik. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. Die Einstufung wird üblicherweise vom Secret Service vorgenommen, könnte dieses Mal jedoch ausgeblieben sein, wodurch nicht die vollen Ressourcen abgerufen wurden. Der einflussreiche republikanische Senator Chuck Grassley setzte eine Anhörung an, um sich vom Secret Service über das Sicherheitskonzept informieren zu lassen. "Ich kann kaum glauben, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen heute Abend beim White House Correspondents’ Dinner waren", schrieb MAGA-Aktivistin Kari Lake auf der Plattform X. Es habe "praktisch keine Sicherheit" gegeben, legte sie später nach. Der Täter, laut Medienberichten ein 31 Jahre alter Mann aus Kalifornien, stürmte bei dem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse am Samstagabend (Ortszeit) schwer bewaffnet durch einen Sicherheitsposten des Secret Service, ehe er von Beamten gestoppt wurde. Der Verdächtige selbst soll sich laut Medienberichten in einem Manifest über die lockeren Standards gewundert haben. Tatsächlich mussten Gäste erst unmittelbar vor dem Ballsaal, in dem das Dinner stattfand, durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hilton Hotel. Der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche verteidigte das Sicherheitskonzept. Er sagte dem Sender NBC News, das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen. Der Angreifer sei kaum über die Sicherheitsschleuse hinausgekommen.