Datum27.04.2026 08:00
Quellewww.zeit.de
TLDRAnja Karliczek vom Tourismusausschuss warnt vor Kerosinmangel bei Fernreisen, der dazu führen könnte, dass Urlauber im Ausland festsitzen. Steigende Ticketpreise sind zu erwarten, obwohl die Versorgung in Deutschland derzeit gesichert ist. Andere Regionen könnten jedoch betroffen sein. Die Senkung der Luftverkehrssteuer wird die Preise nicht maßgeblich beeinflussen. Gründe für Engpässe sind Lieferausfälle infolge des Iran-Kriegs.
InhaltDie Vorsitzende des Tourismusausschusses fürchtet Folgen des Kerosinmangels für Reisende. Sie warnt vor steigenden Preisen und einer unsicheren Rückkehr aus Fernurlauben. Die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, Anja Karliczek, sieht wegen der Energiekrise unkalkulierbare Risiken bei Fernreisen. Es bestehe durchaus eine Gefahr für Urlauber, nicht zum Ziel oder wieder nach Hause zu kommen, sagte die CDU-Politikerin der Rheinischen Post. Niemand wisse zudem, wie sich die Lage speziell für Reisen nach Asien und in den Nahen Osten entwickeln werde. Stand heute sei die Versorgung mit Kerosin in Deutschland für gebuchte Flugreisen zwar gesichert, dies sehe in anderen Regionen der Welt jedoch anders aus, sagte Karliczek. "Und natürlich werden die Ticketpreise noch stärker anziehen. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben", sagte sie weiter. Daran werde die zum 1. Juli geplante Senkung der Luftverkehrssteuer nichts ändern. Diese Maßnahme leiste lediglich einen ersten Beitrag, damit deutsche Flughäfen und Fluglinien gegenüber der ausländischen Konkurrenz nicht den Anschluss verlören, sagte Karliczek. Wegen des Irankriegs waren die Kerosinpreise mehrfach gestiegen, durch die Blockade der Straße von Hormus fallen weltweit Treibstofflieferungen aus. Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, hatte kürzlich gewarnt, in Europa könnte Kerosin bereits im Mai knapp werden. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) warnte vor "erheblichem Schaden" für die deutsche und europäische Wirtschaft, sollte Treibstoffmangel zu Einschränkungen im Flugverkehr führen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums hat Deutschland bislang 50.000 Tonnen Kerosin aus seinen Reserven freigegeben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte mehrfach, aktuell gebe es keinen Mangel an Flugkraftstoff.