Datum27.04.2026 06:52
Quellewww.zeit.de
TLDREin Attentatsversuch auf Donald Trump während eines Korrespondentendinner in Washington löste eine Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kritiker bemängeln ein laxes Konzept, während Verteidiger das Funktionieren hervorheben. Der mutmaßliche Angreifer, der antichristliche Ansichten vertrat, wurde festgenommen. Eine Anhörung und weitere Anklagen werden erwartet.
InhaltDas Korrespondentendinner mit Donald Trump war laut einem Bericht weniger streng abgesichert als üblich. Selbst der mutmaßliche Angreifer soll sich gewundert haben. Der Angriff auf das Korrespondentendinner mit US-Präsident Donald Trump hat eine Debatte über das Sicherheitskonzept der Veranstaltung ausgelöst. Wie die US-Zeitung Washington Post und Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, wählte die Regierung für das Event nicht die Sicherheitsstufe, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Damit seien nicht die vollen Ressourcen abgerufen worden. Der einflussreiche republikanische Senator Chuck Grassley setzte eine Anhörung an, um sich vom Secret Service über das Sicherheitskonzept informieren zu lassen. Die MAGA-Aktivistin Kari Lake schrieb auf der Plattform X, sie habe kaum glauben können, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen waren. Es habe "praktisch keine Sicherheit" gegeben, ergänzte sie später. Gäste mussten erst unmittelbar vor dem Ballsaal, in dem das Dinner stattfand, durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hilton Hotel. Der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche verteidigte das Sicherheitskonzept. Er sagte dem Sender NBC News, das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen. Der Angreifer sei kaum über die Sicherheitsschleuse hinausgekommen. Bei dem Gala-Dinner am Samstagabend in Washington, D. C. war ein bewaffneter Mann durch eine Sicherheitsschleuse gestürmt. Es fielen Schüsse, der Präsident wurde von seinen Personenschützern in Sicherheit gebracht. Beamte vom Secret Service überwältigten den Angreifer. Von den Gästen des Dinners wurde niemand verletzt. Eine Kugel traf die Schutzweste eines Beamten des Secret Service. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der amtierende Justizminister sagte, der Schütze hatte es vermutlich auf Regierungsmitglieder abgesehen. Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. Der Tatverdächtige soll ein Manifest in seinem Hotelzimmer hinterlassen haben. Nach Trumps Angaben hatte der Mann darin antichristliche Ansichten vertreten. "Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen", sagte Trump dem Sender Fox News. Gegenüber CNN teilte auch das Weiße Haus mit, Social-Media-Konten des mutmaßlichen Schützen seien stark von antichristlicher Rhetorik und Äußerungen gegen Trump geprägt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es bisher bislang nicht. In dem Manifest soll sich der Tatverdächtige auch über die lockeren Sicherheitsstandards beim Korrespondentendinner gewundert haben. Der mutmaßliche Schütze soll am Montag einem Bundesgericht vorgeführt werden. Die Vorwürfe gegen ihn lauten Verwendung einer Schusswaffe bei einer Gewalttat sowie tätliche Angriff auf einen Bundesbeamten unter Einsatz einer gefährlichen Waffe. Weitere Anklagepunkte dürften später folgen.