46. Verhandlungstag: Mutmaßlicher Fahrer als Zeuge im Prozess um Block-Entführung

Datum27.04.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Prozess um die Entführung der Block-Kinder wird ein mutmaßlicher Fahrer als Zeuge befragt. Er und drei weitere Israelis erhielten sicheres Geleit, um aussagen zu können, nachdem sie sich im laufenden Verfahren gemeldet hatten. Christina Block soll die Entführung ihrer Kinder aus Dänemark beauftragt haben, nachdem sie den Sorgerechtsstreit verlor. Sie beteuert ihre Unschuld. Fünf weitere Personen sind angeklagt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „46. Verhandlungstag“. Lesen Sie jetzt „Mutmaßlicher Fahrer als Zeuge im Prozess um Block-Entführung“. Er soll bei der gewaltsamen Rückholung der Block-Kinder eines der Autos gelenkt haben: Im Block-Prozess befragt das Landgericht Hamburg am Montag (9.30 Uhr) einen weiteren mutmaßlichen Entführer. Der Mann und drei andere Beschuldigte aus Israel hatten sich mitten im laufenden Prozess gemeldet, die Justiz gewährte ihnen für ihre Zeugenaussage sicheres Geleit. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen. Wegen des Iran-Kriegs konnten die Vier laut Kammer in den vergangenen Wochen aber nicht nach Hamburg reisen. Nach aktuellem Stand geht das Gericht davon aus, dass der mutmaßliche Entführer an diesem Montag persönlich in Hamburg erscheinen wird, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. "Andernfalls könnte die Vernehmung per Video erfolgen." Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, nach einem langen Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder (damals 10 und 13 Jahre alt) in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Anklage gegen Block lautet unter anderem gemeinschaftliche schwere Entziehung von Minderjährigen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, beteuert ihre Unschuld. Ihr Lebensgefährte Gerhard Delling (67) ist wegen Beihilfe angeklagt. Der frühere Sportmoderator hat erklärt, er habe nichts Unrechtes getan. Es gibt noch fünf weitere Angeklagte. Neben dem mutmaßlichen Fahrer aus der Silvesternacht haben noch zwei Männer und eine Frau sicheres Geleit für ihre Zeugenaussage bekommen. Bereits befragt wurde der mutmaßliche Chef der Sicherheitsfirma, die für die gewaltsame Rückholung verantwortlich sein soll. Auch eine Frau, die sich in Hamburg "Olga" nannte und dort eine enge Vertraute von Christina Block war, möchte aussagen. Zudem wird ein weiterer beschuldigter Israeli aus dem Team auf dem Zeugenstuhl Platz nehmen. Nur ein Angeklagter sitzt derzeit in Untersuchungshaft: Der 36-jährige Israeli wurde bereits Ende September 2024 auf Zypern verhaftet. Er hat eingeräumt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Jedoch sei er davon ausgegangen, den Jungen und das Mädchen aus den Händen ihres angeblich bösen Vaters zu retten. Christina Block und ihr Ex-Mann Stephan Hensel haben vier gemeinsame Kinder. Die älteste Tochter war nach einem Streit im Sommer 2021 mit Zustimmung der Mutter zu ihrem Vater nach Dänemark gezogen. Wenige Wochen später brachte Hensel die beiden jüngsten Kinder nicht wie vereinbart nach einem Wochenendbesuch zurück nach Hamburg. Er erhob Gewaltvorwürfe, die Block als unwahr bezeichnet. Hensel habe die Kinder manipuliert, meint die 52-Jährige. Sie habe nun seit Jahren so gut wie keinen Kontakt mehr zu den drei Kindern in Dänemark. Die zweitälteste Tochter blieb bei Block in Hamburg. © dpa-infocom, dpa:260427-930-997099/1