Israel: Naftali Bennett und Yair Lapid schmieden Allianz gegen Benjamin Netanyahu vor Wahl

Datum26.04.2026 18:11

Quellewww.spiegel.de

TLDRNaftali Bennett und Yair Lapid, zwei frühere israelische Ministerpräsidenten, schließen sich zur neuen Partei "Zusammen" zusammen, um Benjamin Netanyahu bei den kommenden Wahlen im Herbst abzulösen. Ihr Ziel ist es, interne Spaltungen zu überwinden und die Kräfte gegen Netanyahu zu bündeln. Sie hatten Netanyahus vorherige Amtszeit beendet, doch seine Regierung wurde nach der Hamas-Invasion 2023 geschwächt. Die neue Partei hat gute Umfragewerte. Präsident Herzog plädiert unterdessen für eine außergerichtliche Einigung in Netanyahus Korruptionsverfahren.

InhaltSie haben Benjamin Netanyahu schon einmal geschlagen und kennen beide das Premierministeramt: Naftali Bennett und Yair Lapid wollen bei den Wahlen im Herbst siegen. Aktuell haben sie tatsächlich Chancen. Die beiden früheren israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Yair Lapid bündeln ihre Kräfte, um Regierungschef Benjamin Netanyahu bei der ​nächsten Wahl abzulösen. Der rechtsgerichtete Politiker Bennett und der zentristische Oppositionsführer Lapid kündigten am Sonntag den Zusammenschluss ‌ihrer Parteien Bennett 2026 und Jesch Atid an. Das neue Bündnis werde den Namen "Zusammen" tragen und von Bennett geführt werden, teilte dessen Büro mit. Dieser Schritt solle den Block einen, interne Spaltungen beenden und alle Bemühungen auf den Sieg bei den ​entscheidenden Wahlen konzentrieren, erklärte Lapid. Damit solle Israel in die Zukunft geführt werden. Die Wahl ⁠soll bis ⁠Ende Oktober stattfinden. Ob die beiden auch mit dem bei vielen Zentrumswählern beliebten Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot zusammenarbeiten werden, ist noch offen. Die beiden Politiker hatten Netanyahu nach der Wahl im Jahr 2021 aus dem Amt gedrängt und damit dessen zwölfjährige Regierungszeit beendet. Ihre damalige ‌Koalition zerbrach jedoch nach 18 Monaten. Netanyahu feierte im ​November 2022 ein ‌Comeback und bildete die am stärksten rechtsgerichtete Regierung in der Geschichte des Landes. Die Invasion der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf den Süden Israels im Jahr 2023 hat den Ruf Netanyahus als Garant der Sicherheit jedoch beschädigt. Frühere Umfragen ‌deuten auf Siegeschancen für die neue Partei hin: Im Korruptionsverfahren gegen Netanyahu plädiert derweil Staatspräsident Isaac Herzog für eine außergerichtliche Einigung. Dies teilte ein Sprecher Herzogs als Reaktion auf einen Bericht der "New York Times" mit, demzufolge der Präsident entschieden habe, Netanyahu derzeit keine Begnadigung zu gewähren und stattdessen eine Einigung anzustreben.