Datum26.04.2026 12:12
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Buchsbaumzünsler, ein ostasiatischer Schädling, bedroht Buchsbäume seit Jahrzehnten. Nun gibt es Hoffnung: Heimische Tiere wie Meisen und Sperlinge haben die Raupen als Nahrungsquelle entdeckt. Diese natürlichen Fressfeinde reduzieren den Befall, was auch die Nachfrage nach Buchsbäumen wieder steigern könnte.
InhaltDie Raupen des ostasiatischen Kleinschmetterlings sind ein Albtraum für Buchsbaumfreunde. Die heimische Tierwelt reagiere jedoch, heißt es vom Naturschutzbund Nabu. In Baden-Württemberg schickt man Meisen in den Kampf. Im Kampf gegen die Buchsbaumzünsler-Plage gibt es offenbar Grund zu Optimismus: Das Problem werde kleiner, sagt Aniela Arnold vom Naturschutzbund Nabu. Dank neuer Fressfeinde. "So haben etwa Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen die proteinreichen Raupen als Nahrungsquelle entdeckt." Allmählich würden sich natürliche Feinde der Schmetterlingsraupen entwickeln. Seit nahezu zwei Jahrzehnten breitet sich das Insekt in Deutschland aus. Es stammt aus Ostasien. Die Raupen fressen besonders gern Buchsbaum und bringen die Pflanzen derart in Bedrängnis, dass sie sterben können. Aktiv ist der Buchsbaumzünsler meist von Anfang April bis Oktober. Jedes Jahr gibt es zwei bis vier neue Generationen. Wie viele es werden, hängt auch davon ab, ab wann die Temperaturen steigen und wie lang es warm ist. Die Insekten leben in Parkanlagen, Schlossgärten oder Kleingärten, aber auch in freier Natur, wo sie ganze Wälder aus Buchsbaum befallen können. Und: Man wird sie kaum wieder los. Lange Zeit hatte der Zünsler keine Fressfeinde. Das ändert sich nun. "Seitdem sich die heimische Tierwelt auf den Buchsbaumzünsler spezialisiert hat, nimmt der Befall an Buchsbäumen deutlich ab", heißt es vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Die Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg bringen etwa die Meise als Zünslerraupen-Killer in Stellung. Man fördere das Meisenvorkommen nun gezielt, sagt ein Sprecher. Feinde für den Zünsler seien eine gute Nachricht, sagt Nabu-Expertin Arnold. Der Buchsbaum sehe nicht nur gut aus, er sei auch als Nahrungsquelle für verschiedene Insektenarten nützlich. Zuletzt hatte die Nachfrage laut dem Bundesverband der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer jedoch abgenommen wegen der Zünsler-Bedrohung. Auch in historischen Gärten und Parks werde der gut in Form schneidbare Buchsbaum gegen andere sogenannte Formgehölze ausgetauscht. Der Buchsbaumzünsler sorgt für massive Schäden. Wer den Befall frühzeitig entdeckt, kann die Pflanzen oft retten. Was Sie tun können gegen die Raupen, lesen Sie hier .