Datum26.04.2026 17:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsrael hat einen Botschafter für Somaliland ernannt, das erste Land, das diesen Staat anerkannt hat. Diese Maßnahme wird im Kontext der iranischen Expansion im Roten Meer gesehen und zielt auf strategische Außen- und Horchposten. Parallel dazu erwägen die USA eine Wiederbelebung ihrer Beziehungen zu Eritrea, ebenfalls aufgrund dessen strategischer Lage am Roten Meer.
InhaltWeil Iran über die Huthis im Jemen seine Macht bis ins Rote Meer ausdehnt, haben erst Benjamin Netanyahu und nun wohl auch Donald Trump die Region im Visier. Sie suchen: Küstenstaaten – als Außen- und Horchposten. Vier Monate nach der Anerkennung Somalilands hat Israel einen ersten Botschafter für das abtrünnige Gebiet am Horn von Afrika ernannt. Michael Lotem werde aber in einer ersten Phase nicht in der Region im Norden des afrikanischen Landes Somalia wohnen, hieß es in einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums. Die Regierung habe die von Außenminister Gideon Sa’ar vorgeschlagene Ernennung Lotems gebilligt. Israel hatte im Dezember als weltweit erstes Land die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Somaliland ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Mehrere regionale Mächte verurteilten Israels Schritt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrünnigen Region durch Israel entschieden ab. Somaliland hatte dennoch im Februar Mohamed Hagi zum ersten Botschafter in Israel ernannt. Der neue israelische Botschafter sei bis zu seiner Ernennung als rotierender "Wirtschaftsbotschafter für den afrikanischen Kontinent" tätig gewesen, hieß es in der Mitteilung. Zuvor sei er Botschafter Israels in Kenia, Aserbaidschan und Kasachstan gewesen. Diese diplomatischen Annäherungsversuche Israels sind auch vor dem Hintergrund des Konflikts mit Iran zu sehen: Israel, so Experten, zielt also unter anderem darauf ab, in Somaliland militärische Außen- und Horchposten zu errichten. In Somaliland sind auch die mit Israel sicherheitspolitisch eng zusammenarbeitenden Vereinigten Arabischen Emirate seit Jahren präsent. Die USA verfolgen offenbar eine ähnliche Strategie. Wie das "Wall Street Journal" berichtet , überlegt die Regierung von Donald Trump, ob sie ihre Beziehungen zu Eritrea neu aufsetzt. Das Land ist eine Diktatur, wird zuweilen als "Nordkorea" bezeichnet. Für die Vereinigten Staaten hätte ein diplomatischer Reset große geopolitische Vorteile. Der Grund: Die mit mehr als 1000 Kilometern extrem lange Rotmeerküste.