Datum26.04.2026 11:21
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Rote Karte für Franziska Kett wegen eines Haarziehens in der Women's Champions League löst eine Grundsatzdebatte aus. Bayerns Sportdirektorin Bianca Rech fordert eine Diskussion über die Angemessenheit solcher Strafen bei langen Haaren. ZDF-Expertin Kathrin Lehmann hält den Platzverweis dagegen für berechtigt. Kett und ihr Trainer werden damit wichtige Spiele verpassen. Die Szene erinnert an einen ähnlichen Vorfall bei der EM.
InhaltWegen eines Griffs ins Haar ihrer Gegenspielerin verpasst Franziska Kett das wichtige Halbfinal-Rückspiel in Barcelona. Für Bayerns Bianca Rech ist dies angesichts der Länge einiger Frisuren zu hart. Bei den Fußballerinnen des FC Bayern hat eine Rote Karte gegen Franziska Kett im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona eine Debatte über Haareziehen ausgelöst. "Über die Rote Karte von Franzi gilt es in meinen Augen grundsätzlich im Fußball der Frauen zu diskutieren, weil man eben sieht, dass Spielerinnen Haare bis zum Gesäß eben haben", sagte Sportdirektorin Bianca Rech nach dem 1:1 im Hinspiel. Aus ihrer Sicht bestehe ein Unterschied darin, ob jemand einer Spielerin am Oberkopf an den Haaren reiße oder sie unten in einer Situation an den Haaren erwische, in der man eigentlich nach dem Trikot greife. ZDF-Expertin Kathrin Lehmann hingegen empfand den Platzverweis als berechtigt: "Haareziehen ist wie jemandem eine schmieren." Das sei hart, aber klar, sagte Lehmann in der TV-Übertragung. In der 79. Minute hatte Kett der eingewechselten Salma Paralluelo am Haar gezupft – nach Darstellung der Münchnerinnen ohne Absicht. Die kroatische Schiedsrichterin Ivana Martincic stellte Kett vom Platz. Trainer José Barcala sah wegen heftiger Proteste ebenfalls Rot. Die Szene erinnerte an den Platzverweis gegen DFB-Verteidigerin Kathrin Hendrich beim EM-Viertelfinale gegen Frankreich im vergangenen Sommer in der Schweiz. Sportdirektorin Rech, die wegen Protests gegen die Entscheidung Gelb gesehen hatte, kritisierte Martincic scharf. Die Schiedsrichterin habe "die Kontrolle verloren", sagte sie und fügte hinzu: "Ich weiß nicht, wie viele Karten es am Ende waren, die sie da verteilt hat wie Smarties." Pernille Harder, die Kett den Münchner Ausgleich (69. Minute) aufgelegt hatte, nahm ihre Teamkollegin in Schutz: "Ich habe die Situation nicht gesehen, ich weiß nur, dass Franzi niemals mit Absicht an den Haaren ziehen würde." Im Rückspiel am 3. Mai in Barcelona (16.30 Uhr/ZDF, Disney+) fehlen dem FC Bayern damit zwei wichtige Akteure: der Trainer und die Verteidigerin Kett. Dann geht es um den Einzug ins Finale in Oslo am 23. Mai. Der FC Bayern ist Deutscher Meister. Hinter ihm aber schwächelt die Konkurrenz wie noch nie. Wieso das niedrige Niveau den Aufschwung des Fußballs der Frauen und den Erfolg der Heim-EM gefährdet, lesen Sie hier .