Datum26.04.2026 09:24
Quellewww.zeit.de
TLDRAram Arami wurde zufällig Schauspieler, als er als Jugendlicher angesprochen wurde. Nach seiner Flucht aus dem Irak als Kind fand er in Deutschland eine neue Heimat. Bekannt aus "Fack ju Göhte" und "Die Drei von der Müllabfuhr", spielt er nun den Ermittler im "Saarland-Krimi". Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Diskriminierung setzte er seine Karriere fort und strebt eine weiterführende Laufbahn als Charakterdarsteller und Filmemacher an.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schauspieler durch Zufall“. Lesen Sie jetzt „Vom Flüchtling zum TV-Ermittler: Aram Arami“. Aram Arami ist durch einen Zufall Schauspieler geworden. "Das war gar nicht geplant. Das war eher Glück als gewollt: Ich war irgendwie zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt der 32-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Es sollte einfach so sein." Er war 12 oder 13 Jahre alt, als er mit seiner Mutter beim Einkaufen war. Ein Jugendagent sprach sie an. Was er sagte, hat sich Arami bis heute gemerkt: "Der Junge sieht ganz gut aus, hier haben Sie meine Karte, kommen Sie doch mal vorbei". Erst habe er Bedenken gehabt, dann sei er aber doch zum Coaching gegangen, erinnert sich der Schauspieler. Das war der Auftakt zu seiner Karriere. "Es hat mega Spaß gemacht. Und dann hat sich die Leidenschaft so entwickelt." Heute ist Arami einem Millionenpublikum bekannt - vor allem wegen seiner Rollen in den "Fack ju Göhte"-Filmen und der ARD-Reihe "Die Drei von der Müllabfuhr". Am 30. April startet der 32-Jährige nun als Ermittler in der neuen Donnerstagsreihe "Der Saarland-Krimi" (ARD). Aramis Lebensweg ist ein besonderer. Mit drei Jahren kam er aus dem autonomen Kurdistan im Nordirak mit seiner Familie aus politischen Gründen nach Deutschland. Die ersten zwei Jahre lebte er im Asylheim in Berlin-Neukölln. "Da habe ich selbst nur schöne Erinnerungsschnipsel. Ich habe ganz viel gespielt mit verschiedenen Kindern." Dann habe seine Familie eine Wohnung in Berlin-Lichtenberg bekommen. "Die ersten Jahre waren ein bisschen hart", erzählt Arami. Denn Ausländer mussten in diesem Stadtteil damals immer mit Übergriffen aus dem rechten Milieu rechnen. Als kleiner Junge habe er anfangs nicht begriffen, dass das nichts persönlich mit ihm zu tun hatte, sondern nur mit seinem Aussehen. In dieser Zeit habe er auch verbale und körperliche Übergriffe erlebt. "Irgendwann konnte man sich auch wehren, aber darauf hätte ich auch gut und gerne verzichten können", sagt er. Über die Jahre sei es aber besser geworden, auch weil viele andere Leute mit Migrationshintergrund dorthin gezogen seien. "Heutzutage ist das wirklich auch ein Stadtteil, der multikulti ist." Nach seinem Abitur übernahm er mit 21 Jahren eine kleine Bäckerei. "Sie war gegenüber von der Turnhalle, wo wir immer Sport in der Schule hatten", erzählt Arami. Sein Vater habe gewollt, dass er neben der Schauspielerei ein zweites Standbein habe. Doch nach ein paar Jahre habe er die Bäckerei aufgegeben, weil er immer mehr Filme machte und keine Zeit mehr hatte. Für seinen Erfolg ist der 32-Jährige dankbar. "Das ist ein echtes Privileg, diesen Job so ausführen zu dürfen, wie ich es darf." Doch er stellt auch Ansprüche an sich selbst und will in seiner Karriere weiterkommen. Was sein Ziel sei? Er wolle in ein paar Jahren ein Charakterschauspieler sein, der viele Genres bedienen könne. Und: Eines Tages wolle er selbst Filme produzieren und Regie führen. © dpa-infocom, dpa:260426-930-994323/1