Mali: Dschihadisten starten schwerste koordinierte Angriffe seit Jahren

Datum25.04.2026 19:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRMilitante Gruppen führten in Mali groß angelegte, koordinierte Angriffe auf die Hauptstadt Bamako und andere Städte durch. Die Armee meldete die Rückeroberung der Kontrolle. Es handelt sich um eine der größten Offensiven seit Jahren gegen Al-Qaida- und IS-Ableger. Malis Militärjunta, die 2020 und 2021 die Macht übernahm, kämpft seitdem gegen Aufstände und Islamisten. Westliche Militärhilfen wurden abgelehnt, stattdessen setzt die Regierung auf russische Söldner. Die UN-Friedensmission Minusma endete nach Forderung der malischen Regierung.

InhaltDas Haus des Verteidigungsministers? Zerstört. Der wichtigste Militärstützpunkt? Unter Beschuss. Malis Junta ringt seit Jahren mit Islamisten und anderen Aufständischen. Nun haben sie im ganzen Land angegriffen. Der Überblick. Im westafrikanischen Mali haben militante Gruppen bei offenbar koordinierten Attacken die Hauptstadt Bamako sowie mehrere andere Orte angegriffen. Die Armee teilte am Samstag mit, sie habe ​die Kontrolle zurückerlangt. Einem Uno-Bericht zufolge handelte es sich um "gleichzeitige, komplexe Angriffe". Diese richteten sich gegen den wichtigsten Militärstützpunkt des Landes in Kati, die Umgebung des Hauptstadtflughafens sowie Städte wie ‌Mopti, Gao und Kidal. Die Militärregierung sah sich mit einer der größten Offensiven in ihrem Kampf gegen Ableger von Al-Qaida und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) konfrontiert. "Das sieht nach dem größten koordinierten Angriff seit Jahren aus", sagte Ulf Laessing, Leiter des Sahel-Programms der Konrad-Adenauer-Stiftung. In Mali ‌gibt es im Norden seit Längerem immer wieder Aufstände der Tuareg-Volksgruppe. Zudem kämpft die Armee gegen islamistische Extremisten. Die Militärregierung unter Assimi Goita, die nach den Putschen von 2020 und 2021 die Macht übernommen hatte, versprach, die Sicherheit wiederherzustellen, tut sich damit jedoch ‌schwer. Im September 2024 hatte JNIM eine Ausbildungsstätte der Gendarmerie ​nahe dem Flughafen von Bamako angegriffen und rund 70 Menschen getötet. ‌Die Regierung setzte im Kampf gegen die Extremisten auf russische Söldner und lehnte eine Zusammenarbeit ‌mit westlichen Staaten zunächst ab. ​Zuletzt bemühte sie sich jedoch um engere Beziehungen zu den USA. Deutschland war über Jahre mit der Bundeswehr an der Uno-Friedensmission Minusma in Mali beteiligt. Die Truppe stellte unter ​anderem Aufklärungsdrohnen, Kampf- und Transporthubschrauber sowie Stabspersonal in Bamako, um zum Gesamtlagebild der Vereinten ⁠Nationen beizutragen. Nachdem die malische Militärregierung im Juni 2023 ​jedoch ​die Zusammenarbeit beendet und den Abzug aller Uno-Kräfte gefordert hatte, beschloss der UN-Sicherheitsrat das Ende der Mission. Die letzten Bundeswehrsoldaten aus Mali kehrten im Dezember 2023 nach Deutschland zurück.