Datum25.04.2026 19:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRBauministerin Hubertz plant, Vermieter an steigenden Wärmekosten für Gas- und Ölheizungen zu beteiligen, um Mieter zu schützen. Dies stößt auf Kritik der Union, die negative Folgen für den Wohnungsmarkt befürchtet. Ziel ist es, Mieter von den Kostenentscheidungen der Vermieter bei Heizungssystemen zu entlasten, während der Einbau von Gas- und Ölheizungen unter bestimmten Bedingungen weiterhin erlaubt sein soll. Die Reform des Gebäudemodernisierungsgesetzes zielt auf eine Abkehr von früheren, strengeren Vorgaben.
InhaltBauministerin Verena Hubertz will Mieter vor steigenden Energiekosten schützen und Vermieter bei Gas- und Ölheizungen in die Pflicht nehmen. Kritik kommt aus der Union, die negative Folgen für den Wohnungsmarkt befürchtet. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will Vermieter an möglichen Heizkostensteigerungen durch den Einbau von Erdgas- oder Ölheizungen beteiligen. Mit Blick auf die steigenden Energiepreise betonte Hubertz die Notwendigkeit von mehr Mieterschutz im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz. "Wir wollen verhindern, dass Mieterinnen und Mieter, die ja gar nicht in die Entscheidung über ein neues Heizsystem eingebunden sind, am Ende Kosten alleine tragen müssen", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". "Angenommen, ein Vermieter entscheidet sich für eine neue Gas- oder Ölheizung, was nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz grundsätzlich erlaubt sein wird, dann könnten wegen steigender Brennstoffpreise im Laufe der Jahre die Wärmekosten erheblich ansteigen", ergänzte sie. "Weil Mieter auf diese Einbauentscheidung nicht einwirken können, halte ich es für richtig, dass auch Vermieter an einem Kostenanstieg beteiligt werden." Die CSU kritisierte, dass Hubertz erneut Verunsicherung in den Mietwohnungsbau bringe. "Mit ihren Plänen riskiert sie, dass private Vermieter sich aus dem Markt zurückziehen, weil sich Vermieten nicht mehr lohnt oder die Eigentümer des zunehmenden Regulierungsdrucks überdrüssig werden", sagte der wohnungsbaupolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Michael Kießling, in Berlin. Ende Februar hatten Union und SPD Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt. Das von der Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und FDP vorangetriebene Gebäudeenergiegesetz soll grundlegend reformiert werden. Zentrale Vorgaben des "Heizungsgesetzes" sollen gekippt werden. Eckpunkte für eine Reform sehen vor, dass der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiter möglich sein soll, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden. "Wenn wir künftig mehr Biogas oder Bioöl brauchen – im Verkehr und im Gebäudesektor – und dieser Markt erst einmal hochlaufen muss, ist absehbar, dass die Preise steigen", sagte Hubertz.